„Verkehrswende wagen, A39 Ausbau stoppen!“

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Die Polizei blockiert die A39. Von dort haben sie gute Sicht auf die Transpis an der Brücke: "Wer Straßen sät, wird Autos ernten. Stopp A39 Weiterbau. Verkehrswende wagen statt Volkswagen." Foto: Aktion Autofrei

Heute seilen sich Aktivisti von einer Brücke über der A39 bei Wolfsburg ab und bringen dort große Transparente an. Damit demonstrieren sie gegen den geplanten Weiterbau der A39, welche über 106 noch zu bauende Autobahnkilometer Wolfsburg mit Lüneburg verbinden soll. Auf 106 km sollen wertvolle Böden zerstört und versiegelt werden.
„Der große Knall steht kurz bevor. Alle wissen es und trotzdem wird weiter gewirtschaftet für maximale persönliche Profite, für Luxus und schnelles Geld! So geht es nicht weiter. Eine sofortige und umfassende Verkehrswende ist notwendig und dringend!“, so eine der Aktivisten.

Der Bau der A39 ist nicht nur eine Gefahr für Natur und Umwelt, sondern bedroht auch die Lebensqualität in Orten, entlang der geplanten Autobahntrasse. Ruhe und saubere Luft, Faktoren die ländliches Leben attraktiv machen, werden ersetzt durch Lärm, Feinstaub und Gestank.

Entwicklungsperspektiven der Gemeinden auf dem Land kommen in die Krise. Statt ländliche Regionen zu stärken, regionale Arbeitsplätze, Leben und Kultur in Dörfern und Ortskernen zu fördern, würde der Bau der A39 vor Allem die Zentralisierung von Arbeit und Freizeit auf die Volkswagen-Stadt Wolfsburg vorantreiben. Gewachsene Siedlungsstrukturen mit ihren sozialen und kulturellen Vernetzungen werden zerschnitten und Menschen voneinander getrennt: physisch durch die Asphaltbahn, welche Nachbarschaften durchtrennt, sozial durch Verlagerung von Arbeitsplätzen und Freizeitorten hin zu Wirtschaftszentren wie Wolfsburg.

Die A39 dient nicht den Menschen entlang der Trasse, sondern vor Allem der Stärkung der Autostadt im Süden der Autobahn. „Mit dem Projekt A 39/A 14 erhält vor allem auch der Wirtschaftsstandort Wolfsburg mit Volkswagen […] endlich die notwendigen verkehrlichen Anbindungen nach Norden“, konstatierte die IHK Lüneburg-Wolfsburg in einer Resolution der Vollversammlung. VW ist nicht nur der größte Arbeitgeber im Land, sondern auch der stärkste Beitragszahler in der Handelskammer und durch seine Größe über zahlreiche Verknüpfungen ein starker Partner in der Landespolitik.

„Eine neue Autobahn, deren Hauptprofiteurin die Autoindustrie ist, das ist gleich ein doppeltes Desaster.

Was wir wirklich brauchen, ist eine umfassende Verkehrswende. Das bedeutet ein breit ausgebautes und zuverlässiges Schienennetz sowie Zubringer zu Bahnhöfen (Busse) – und das Ganze zum Nulltarif! Was wir benötigen, ist eine Verkehrsplanung, die nicht mehr den Autos dient: Fahrradstraßen, Fußgänger*innenzonen, barrierefreie Wege, gut vernetzt mit dem ÖPNV. Was wir fordern ist eine Politik der kurzen Wege: Läden, Kultur, Arztpraxen und mehr wieder zurück in die Viertel und Dörfer – Rückbau von Outlet-Centern, Gewerbegebieten und Freizeitparks außerhalb von Ortschaften. „

Die Aktivisti an der Brücke bekunden zudem ihre Solidarität mit den Angeklagten in dem Strafprozess, der heute am Amtsgericht Wolfsburg stattfindet. Dort wird gegen zwei Aktivisti verhandelt, denen vorgeworfen wird bei der spektakulären VW-Blockadeaktion im Sommer 2019 an Kletteraktionen beteiligt gewesen zu sein. „Wir fahren unser Klima, eine lebenswerte Umwelt mit Vollgas gegen die Wand. ‚Nur labern‘ hilft nicht mehr. Aktionen wie die Blockaden am VW-Werk 2019 sind notwendige Schritte, die wir ergreifen müssen, um Menschen wachzurütteln, zum Hinschauen zwingen, dann zum Nachdenken und Handeln anregen“, so Lotta aus der Abseil-Gruppe.

Anmerkung: Im heutigen Prozess wurde das Verfahren gegen die beiden Angeklagten ohne Auflagen und auf Staatskosten eingestellt.

Weitere Infos: auf Twitter: twitter.com/aktion_autofrei

1 KOMMENTAR

  1. Hi, bist wahrscheinlich vom Arbeitsplatz her nicht auf die Autoindustrie angewiesen, Schätzele. Schlürf ruhig deinen Sojalatte weiter, während du in deinen tollen Tesla einsteigst.
    Nicht jeder hat den Luxus, ein tolles Leben führen zu können, nachdem die Autoindustrie abgeschafft wäre.
    Und nicht jeder kann sich einen Tesla leisten, schon mal darüber nachgedacht?

    Aber Hauptsache, du kreischst erstmal weiter, ohne konkrete Lösungen anzubieten.

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