Verkehrsminister gefährdet Verkehrsdisziplin – und veräppelt seine eigenen Experten

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Rad-Grünpfeil: Neues Chaos droht

Die Fußgängerlobby FUSS e.V. warnt vor einer überstürzten
Einführung des Rad-Grünpfeils. Dieser soll nach dem Plan von
Verkehrsminister Andreas Scheuer Radfahrern erlauben, auch bei Rot an
Kreuzungen nach rechts abzubiegen. Für FUSS e.V. sagt Roland Stimpel:
„Schon der für Kraftfahrzeuge eingeführte Grünpfeil hat sich als
gefährlich und nutzlos erwiesen. Er hat das Tabu durchbrochen, dass bei
Rotlicht grundsätzlich nicht gefahren werden darf. Ein Rad-Grünpfeil
würde die Verkehrsdisziplin weiter senken und vor allem Fußgänger
zusätzlich behindern oder gefährden.“

FUSS e.V. verweist darauf, dass bei der Bundesanstalt für Straßenwesen
(BASt) derzeit ein Pilotversuch für Rad-Grünpfeile in neun Städten
läuft, der noch nicht beendet und ausgewertet ist. Stimpel: „Der
Minister, der sich neuerdings als Fahrradfreund gibt, veräppelt seine
eigenen Experten. Er lässt sie aufwendig forschen, aber wartet das
Ergebnis nicht ab. Jetzt liegt die Entscheidung beim Bundesrat. Er darf
sie erst fällen, wenn die BASt dazu fundierte Erkenntnisse hat.“

Zum bestehenden Grünpfeil für Kfz verweist FUSS e.V. darauf, dass laut
einem Forschungsbericht (1) schon heute viele dieser Blechpfeile den
Sicherheitsanforderungen nicht entsprechen, die in der
Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung (VwW-StVO) festgelegt
sind. Zudem halten sich nach der genannten Studie drei Viertel der
Autofahrer nicht an die hier geltenden Regeln. Stimpel: „Mit jedem
Grünpfeil droht mehr Chaos. Fußgänger können sich immer weniger darauf
verlassen, dass ihnen niemand in die Quere kommt, wenn sie selbst Grün
haben.“

1 KOMMENTAR

  1. Ich als Radfahrer sage dazu nur, dass es früher Radverkehrsführungen gab wo das alles kein Problem war. Die Radwege waren oberhalb des Bordsteines neben dem Gehweg. Und es gab keine Ampel, die rechts abbiegende Radfahrer hätte ausbremsen können.

    Mit den neuen Radfahrstreifen, der Radwegführung auf die Fahrbahn und den neuen Fahrradampeln treten diese Probleme erst auf. Erstens werden die Radfahrer unnötig ausgebremst und außerdem durch Autofahrer und Falschparker auf diesen Radfahrstreifen gefährdet.

    ich sage mal weniger Schilderwald ist mehr und der Rest sollte gegenseitige Rücksichtnahme sowohl bei allen Verkehrsteilnehmern sein. Wenn ich einen Fußgänger sehe, achte ich schon drau wo der hin will und bremse wenn nötig ab. Natürlich gibt es auch einieg rücksichtslose Radfahrer, da muss man ansetzen (Fahrradstaffel?).
    Viele Fußgänger sollten ihre Aufmerksamkeit auch erhöhen, statt aufs Smartphone zu gucken und völlig abgelenkt im öffentlichen Verkehrsraum unterwegs zu sein.

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