Staatstheater Braunschweig – Die Spielzeit 2024/2025

0

»Die Hölle ist leer, alle Teufel sind hier!« ist das Motto der kommenden Spielzeit.

Auf dem teuflisch guten Programm für die kommende Spielzeit stehen 31 Neuproduktionen mit 12 Uraufführungen. Fast 600 Vorstellungen – eingeschlossen die Konzerte des Staatsorchesters Braunschweig – also Sinfoniekonzerte, Kammer- und Klimakonzerte sowie JUNGE! Konzerte.

Foto Svenja Gust

Das Musiktheater zeigt drei Produktionen, die mit renommierten Partner:innen entstehen: Die Uraufführung »Searching for Zenobia« der Louis- Spohr-Preisträgerin Lucia Ronchetti (Musik) und dem syrischen Dramatiker Mohammad Al Attar (Libretto) in Zusammenarbeit mit der Münchener Biennale;

»Schlaflos«, die vorletzte Oper des kürzlich verstorbenen Peter Eötvös, handelt von einem jungen Liebespaar am Rande der Gesellschaft. Es feierte in der Inszenierung von Philipp M. Krenn bereits eine umjubelte Premiere an der Oper Graz.

Darüber hinaus erarbeitet Ilaria Lanzino für Dortmund und Braunschweig eine Neuinszenierung von »Don Giovanni«.

Innerhalb des Hauses wird die Zusammenarbeit mit anderen Sparten fortgesetzt. So werden im »Weißen Rössl« unter der Regie von Immo Karaman Ensemblemitglieder von Musiktheater und Schauspiel mitwirken.

Walter Braunfels‘ Oper »Die Vögel« ist eine Wiederentdeckung. In den 1920er-Jahren gefeiert, verschwand das Werk nach dem Verbot durch die Nazis und erlebt erst seit einigen Jahren wieder einen Aufschwung, den Braunschweig mit einer Neuproduktion mit GMD Srba Dinić und Regisseurin Kerstin Steeb nun fortsetzen möchte.

Die Saisoneröffnung im Großen Haus in der Regie von Paul-Georg Dittrich ist gleichzeitig eine Braunschweiger Erstaufführung: Francis Poulencs »Dialogues des Carmélites« erzählt anhand der persönlichen Geschichte von Blanche de la Force ein existenzielles Drama über Freiheit und unerschütterliche Werte.

Generalintendantin Dagmar Schlingmann und ihr Team. Foto Svenja Gust

Das Schauspiel startet mit Heinrich von Kleists »Der zerbrochne Krug« (R: Ulrike Arnold), eine Metoo-Geschichte des 19. Jahrhunderts, die bitter-komisch die Gefährdung des Staates durch Machtmissbrauch zeigt.

Mit »Mephisto« nach dem Roman von Klaus Mann befragt der Regisseur Matthias Rippert das Theater nach seiner Haltung in einem totalitären System.

Soziale Ungleichheit birgt gesellschaftlichen Sprengstoff, das zeigt Nora Abdel-Maksouds explosive Erbschaftssatire »Jeeps«.

Dem blutsaugerischen Vergnügen gehört Christoph Diems Inszenierung »Nosferatu« mit der betörenden Live-Musik der schwedischen Band Next Stop:Horizon.

Aber es gibt auch Helden, deren unbeirrtes Handeln Mut macht, wie den früheren Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, dem das Theaterkollektiv Xweiss das Rechercheprojekt »Fritz Bauer Ultras« widmet.

»Antigone« (im Kleinen Haus) bildet einen Antikenschwerpunkt mit »Laios« von Roland Schimmelpfennig und drei szenischen Lesungen seiner Tragödien-Überschreibungen im Aquarium.

Zum Abschluss der Saison inszeniert Generalintendantin Dagmar Schlingmann Shakespeares »Der Sturm«. Es geht um Macht, um koloniale Ausbeutung und vielleicht um die Zauberkraft des Theaters.

Das Tanztheater unter der Leitung von Gregor Zöllig feiert 2024/2025 seine 10-jährige Jubiläumsspielzeit mit einer festlichen Tanzgala voll choreografischer Kostbarkeiten und hochkarätiger Künstler:innen aus den vergangenen Jahren.

Die spartenübergreifende Arbeit der letzten Jahre wird gemeinsam mit dem Staatsorchester und Generalmusik- direktor Srba Dinić mit der Adaption des Klassikers »Don Quijote oder Die unglaubliche Geschichte des Sancho Panza« fortgeführt.

Die in der internationalen Tanzwelt hoch gelobte Choreografin Jasmin Vardimon erarbeitet mit dem Braunschweiger Tanzensemble das am Londoner Sadler ́s Wells Theatre gefeierte Stück »Yesterday« neu.

Eine zentrale Produktion der letzten Jahre wird wiederaufgenommen – der Tanz- und Performance-Parcours »Die Zeit ist reif – Ein Manifest für die Gemeinschaft«, der an drei aufeinanderfolgenden Tagen aus dem Großen Haus des Staatstheaters ein für das Publikum zugängliches Labyrinth macht.

Das JUNGE! Staatstheater startet mit einer Musiktheater-Uraufführung: In »Klein Kurt und die Schildkröte Erna« verbindet Roscha A. Säidow auf der Grundlage von »Schmidtis Kinderliedern« Puppenspiel und Musiktheater zu einer Mutmachgeschichte für Kinder.

Das diesjährige Familienstück zur Weihnachtszeit ist Michael Endes Welterfolg »Momo« in einer Inszenierung von Markolf Naujoks.

Die weiteren Premieren im JUNGEN! Schauspiel setzen einen klaren Schwerpunkt im Bereich Demokratie. Das Berliner Kollektiv »Turbo Pascal« ist eingeladen ein partizipatives Projekt für Kinder zu entwickeln, das ihnen spielerisch Zugang zu den Gestaltungsmöglichkeiten in unserer Demokratie ermöglicht: »Die Superwahl – Wie entscheidest du?«, gefolgt von der Premiere der Sophokles-Tragödie »Antigone« in einer aktuellen Übersetzung von Roland Schimmelpfennig, inszeniert von Jörg Wesemüller mit Schauspiel, Tanz und dem kraftvollen Auftritt eines Chors aus Braunschweiger Bürger:innen.

Neben den JUNGEN! Konzerten »Von Maus und Mond«, »Zauberflöten und Glockenspiel« sowie »Der Karneval der Tiere« gibt es mit »Der Zauberer von Oz« wieder ein Musical unter Beteiligung des Kinder- und Jugendchors Belcanto sowie Musiker:innen städtischer Musikschulen.

STAATSORCHESTER BRAUNSCHWEIG dirigiert von Srba_Dinic Foto Leszek Januszewski

Generalmusikdirekto Srba Dinić eröffnet die Saison für das Staatsorchester mit Gustav Mahlers 5. Sinfonie, bringt uns im 4. Sinfoniekonzert in Weihnachtsstimmung und stellt im 6. Sinfoniekonzert mit Mario Notaristefano, Solist aus den eigenen Reihen, ein selten gespieltes Konzert für Piccoloflöte des amerikanischen Komponisten Lowell Liebermann vor.

Der neue 1. Kapellmeister Alexander Sinan Binder präsentiert sich mit Mozarts 2. Sinfoniekonzert erstmals auf dem Braunschweiger Konzertpodium.

Gleich drei Werke werden 2024/2025 uraufgeführt. Etwas Besonderes ist das Schlagzeug-Triplekonzert von Avner Dorman, dessen Kompositionen aktuell in den großen internationalen Konzertsälen gespielt werden. Dieses Konzert leitet die spannende Dirigentin Delyana Lazarova, die sich mühelos zwischen den Genres bewegt.

Albrecht Mayer wird zu Gast sein und die Uraufführung der Oboensonate des ehemaligen Braunschweiger Solo-Kontrabassisten Klaus Dillmann anlässlich dessen 100. Geburtstages spielen.

Die dritte Uraufführung findet sich im 9. Sinfoniekonzert, in dem sich die beiden Wiener Philharmoniker Daniel Ottensamer und Sophie Dervaux die Bühne teilen und der nicht nur in Wien bekannte Dirigent Patrick Lange neben Strauss, Schubert und von Weber auch das Konzertstück für Klarinette von Stefan Koncz zu Gehör bringt.

Der Vorverkauf startet am Samstag, 13. Juli 2024. Mehr Infos auf www.staatstheater-braunschweig.de

Möchten Sie den Artikel kommentieren

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.