„Es brennt!“: Menschenketten am 3. Oktober, vom Bundesverfassungsgericht bis zum Kanzleramt und überall im Land – schon mehr als 40 Städte dabei
Bundesweites Bündnis ruft zum Tag der Deutschen Einheit zu Menschenketten für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen auf Hitzerekorde, Flächenbrände, Wasserkrisen: Unter dem Motto „Es brennt!“ rufen mehr als 25 Organisationen für den 3. Oktober 2026 um 12 Uhr zu Menschenketten in ganz Deutschland auf. Die Hauptstrecke verläuft vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe bis zum Bundeskanzleramt in Berlin – gefüllt in Teilabschnitten von Menschen vor Ort. Zusätzlich bilden sich überall im Land Ketten zwischen Häusern, Dörfern und Städten.
Das Datum ist bewusst gewählt: Am Tag der Deutschen Einheit soll sichtbar werden, dass der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen keine Frage einzelner Milieus ist, sondern alle verbindet. Auch der Startpunkt hat Symbolkraft. Artikel 20a des Grundgesetzes verpflichtet den Staat, die natürlichen Lebensgrundlagen auch in Verantwortung für künftige Generationen zu schützen – 2021 hat das Bundesverfassungsgericht daraus eine konkrete Schutzpflicht des Staates gegenüber zukünftigen Generationen abgeleitet.
Ein Signal der Zuversicht
„Viele Menschen machen sich Sorgen und fühlen sich hoffnungslos, allein und unwirksam. Genau das wollen wir ändern“, sagt Dr. Maiken Winter, Initiatorin der Aktion. „Wir wollen Menschen aus Klima- und Naturschutz, aus Kirchen und Gewerkschaften, aus der Landwirtschaft und der Forstwirtschaft, aus dem Gesundheitswesen und allen anderen Bereichen, Jung und Alt, zusammenbringen – Menschen, die sonst selten nebeneinander stehen. Eine Menschenkette ist dafür besonders gut geeignet: Man fasst sich an den Händen und merkt, dass man nicht allein ist. „
Das Bündnis versteht die Aktion überparteilich und ausdrücklich breiter als eine reine Klimademonstration.
„Es geht natürlich auch um das Klima – aber es geht um sehr viel mehr“, so Winter. „Denn Klimaschutz, Naturschutz, Frieden, Demokratie, Gerechtigkeit – all das bedingt sich gegenseitig. Um unsere Lebensgrundlagen zu schützen, müssen wir diese Bereiche viel mehr zusammen denken und uns noch stärker zusammenschließen. Es geht darum, gemeinsam nach vorne zu sehen und zusammen eine Zukunft zu ermöglichen, in der wir gut innerhalb der Grenzen der Erde leben können.”
Es geht den Organisator:innen um eine Demokratie, in der das Wohl aller zählt, nicht der Profit der fossilen Industrie. Es geht ihnen um Frieden: Denn Menschen verlieren durch Dürre, Überflutungen und andere Naturkatastrophen ihre Lebensgrundlagen und werden zur Flucht gezwungen. Dies wiederum erzeugt schwere Konflikte, die sich in Zukunft verstärken werden. Klimaschutz ist daher Friedensarbeit. Nicht umsonst erhielten Al Gore und der IPCC schon 2007 den Friedensnobelpreis. Gleichzeitig zerstört Krieg neben dem unfassbaren Leid vieler Menschen auch Natur und verstärkt die Klimakrise.
Die Menschenketten sollen ausdrücklich überparteilich, friedlich und für alle offen sein. „Wir stehen auf – nicht gegen jemanden, sondern für etwas: für ein gutes Leben für alle, heute und in Zukunft“, sagt Winter. „Man muss dafür in keiner Organisation sein und keine Erfahrung mit Demonstrationen haben. Es reicht, am 3. Oktober um zwölf Uhr da zu sein und eine Hand zu halten.“
Zehn Minuten Stille, zehn Minuten weißes Blatt
Der Ablauf ist überall derselbe: Zehn Minuten lang stehen die Teilnehmenden schweigend Hand in Hand. Anschließend halten sie fünf Minuten lang ein weißes Blatt Papier in die Höhe – als Zeichen dafür, dass es einen gesellschaftlichen und politischen Neuanfang braucht.
Forderungen des Bündnisses
Die Menschenketten stehen für:
1. das konsequente Einhalten unseres Grundgesetzes
2. den Erhalt unserer Lebensgrundlagen
3. eine Politik, die das Wohl aller vor den Profit weniger stellt
4. den konsequenten Vorrang erneuerbarer Energien
5. konsequente Änderungen bei Mobilität, Ernährung, Wohnen und weiteren Bereichen
Die Fakten im Überblick
Was: Menschenketten in über 40 Städten für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen
Ablauf: 10 Minuten Schweigen, anschließend 5 Minuten weißes Blatt Papier hochhalten, darauf folgend 10 Minuten freie Gestaltung.
Wann: Samstag, 3. Oktober 2026, 12 Uhr (Tag der Deutschen Einheit)
Wo: Hauptstrecke Karlsruhe (Bundesverfassungsgericht) – Berlin (Bundeskanzleramt), in Teilabschnitten; zusätzlich Aktionen überall im Land
Wer: Bündnis aus über 25 Organisationen, u. a. Deutsche Umwelthilfe, die Anstifter, Extinction Rebellion, Fridays for Future, Omas for Future, Omas gegen Rechts München, Parents for Future, Teachers for Future, Umweltarbeit der ev. Kirche, Umweltgewerkschaft, FAIRNESS JETZT, WissenLeben e. V. – fast täglich kommen weitere Organisationen dazu.
Über „es brennt“
„es brennt“ ist eine überparteiliche Initiative engagierter Menschen aus unterschiedlichen Organisationen. Ziel ist es, Menschen, die sich Sorgen machen, aber bisher nicht aktiv waren, Mut zum gemeinsamen Aufstehen zu geben – und denjenigen, die resigniert haben, wieder Zuversicht zu vermitteln und wieder zum Handeln zu bewegen. Ziel ist es, dass durch die Aktion wieder mehr Menschen aktiv werden – vor Ort und deutschlandweit. Und es geht darum, Brücken zu bauen zwischen Organisationen, Initiativen und Menschen, die sich immer mehr auf eine bestimmte Schiene fokussieren – ob Klima, Demokratie, Frieden, Gerechtigkeit, Naturschutz. Statt zu konkurrieren, wollen wir gemeinsam aufstehen und einstehen für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen.
Weitere Informationen und Überblick über alle teilnehmenden Städte und Orte esbrennt.com/mitmachen
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Pressekontakt:
Raphael Thelen
0163 / 16 07 847


























