Oxfam-Studie: Klimakollaps ohne soziale Wende unaufhaltbar

3
Norddeutsche Zukunft Foto: Pixabay

Der Anteil der Reichen an Kohlendioxid-Emission steigt erneut deutlich. Nicht „Überbevölkerung“, sondern exzessiver Konsum der oberen Prozente treibt die Erderwärmung an.

Das reichste Prozent der Weltbevölkerung wird laut einer Prognose der Entwicklungshilfsorganisation Oxfam im Jahr 2030 Pro-Kopf-Emissionen verursachen, die 30-mal höher liegen als das globale Pro-Kopf-Niveau, das nötig wäre, um das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Abkommens zu erreichen.

Globale Einkommens-gruppenProjizierte Pro-Kopf-CO2-Emmissionen im Jahr 2030 (in Tonnen)Faktor über der für die Erreichung des 1,5-Grad-Ziels maximalen Emissionen (2,3 Tonnen pro Kopf)
Reichste 1%70* 30
Reichste 10%21*9
Mittlere und untere Einkommen 40%5*2
Ärmste 50%1*0,43 (weniger als die Hälfte)

In der Studie wird besonders das obere Prozent kritisiert. Tatsächlich sind die ganzen oberen 10% Prozent das große Problem, denn die Menschen mit dem 9-fachen Verbrauch gibt es 10 mal so oft! Hieraus ergibt sich, das die wohlhabende Bevölkerung eine besonders große Verantwortung für das Klima trägt. Also je wohlhabender, um so mehr Verantwortung. Oder in Staaten ausgedrückt: die wohlhabenden Staaten tragen die Hauptverantwortung. (Quelle Telepolis)

3 Kommentare

  1. Natürlich hat Oxfam recht. Es gibt keine grundlegende Wende beim Klimaschutz ohne dass sich
    das Wachtumsdogma ändert und damit der Kapitalismus und die sozialen Vehältnisse auch in Frage gestellt werden. Weil das politisch derzeit nicht gewollt ist und die Bevökerung das auch nicht will (siehe Wahlergebnisse) werden wir, bzw. unsere Kinder und Enkelgenerationen, selbstverständlich den Klimawandel in aller Härte erleben.

  2. Man muss den Menschen z.B. ihre energiefresssenden „Spielzeuge“ zum Ablenken wie Hochleistungscomputer fürs sog. Zocken im Internet, SUVs, Urlaubsflugreisen in ferne Länder wieder wegnehmen, den Flächenfraß durch Neubau-/Gewerbe- und Industriegebiete direkt unter die Nase reiben….uvm…..(Ach und gerade aktuell der Elektro-VW mit dem schönen Namen „Trinity“, für den eine weitere neue Fabrik gebaut werden soll, und der Tesla* solls erst recht richten…wie in der neuen Fabrik in Brandenburg, gell.)
    Solange dies nur z.B. punktuell wie im Ahrtal durch eine Hochwasserkatastrophe geschieht und dann gleich wieder gespendete Alt-Autos zur Verfügung stehen, sich durch den Neuaufbau letztendlich wieder Baukonzerne, Versorger und andere Wirtschaftsinteressenten die Hände reiben.

    Ich meine damit nicht, dass uns die Klimakatastrophe mit Naturgewalten umhauen soll, sondern dass wir den ungebremsten Kosum von Gütern und Flächen und damit den Verbrauch von selbst regulieren müssen, nicht der Einzelne freiwillig, sondern von gesetzlicher Seite. Mit der künftigen Regierung wird das natürlich nichts. …

  3. Der private Konsum muss nicht allgemein eingeschränkt werden. Den Konsum einzuschränken gilt für die reichsten 1% auf jeden Fall. Für die anderen gilt, überlegt und sinnvoll zu konsumieren. Dies ist oft nicht leicht, wenn die Produkte auf beschränkte Lebensdauer ausgerichtet sind (hier muss der Gesetzgeber Grenzen setzen). Allerdings ist es eine sportliche Aufgabe für die reichsten 10% den ökologischen Fußabdruck auf ein neuntel zu beschränken. Ansonsten sind die gesetzlichen Vorlagen so zu gestalten, dass der ökologische Umbau schneller vorangeht. Hierfür nur zwei Beispiele: durch die Blockadehaltung unserer Regierenden ist es seit Jahren kaum noch möglich für die Allgemeinheit in Deutschland in sinnvolle Windkraftanlagen zu investieren. Wer ein Dach hat, das sich für Fotovoltaik eignet, wird leicht mal in der Größe der Anlage beschränkt. Auch die steuerlichen Regelungen zu solchen Projekten sind sehr komplex gestaltet, so dass anfangs sogar die Steuerberater gestöhnt haben. Kleine Beteiligungen sind durch gesetzliche Regelungen eingeschränkt worden. Die Liste ist endlos!

Möchten Sie den Artikel kommentieren

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.