Ohne Moos nix los

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Foto: Joachim Kleppe

In Braunschweig stehen seit kurzem zwei Mooswände mit Sitzbänken.

Laut Angaben des dynamischen Start-Ups CityTree soll eine Mooswand mit nur 12 qm Moos genauso viel Kohlendioxid, Stickoxid und Feinstaub binden können wie 275 Bäume, was immerhin einer Allee von ca. 3 km Länge entspräche.

Die Stadt hat die teuerste Ausführung mit Ventilator, Bewässerung und sogar aufpreispflichtiger Sitzbank angeschafft. Das ist ja für je 40 000 Euro und jährlich 2500 Euro Wartung immer noch vergleichsweise günstig im Vergleich zu 275 Straßenbäumen. Die Luxusvariante mit Sitzbank ermöglicht Bürgern auf dem Mittelstreifen der Hans-Sommer-Str. auszuprobieren, wie angenehm es sich schattenfrei sogar mitten im Verkehrslärm „entspannen“ lässt.

Es drängt sich die Frage auf, warum eigentlich soviel Bäume auf der Jasperallee neu gepflanzt werden sollen? Wäre es nicht eine Win – Win Situation wenn die Stadt anstelle der 400 000 Euro für neue Bäume auf der Jasperallee einfach noch eine Mooswand mehr beim jungen Start-Up CityTree kauft und an der Kreuzung Jasperallee – Ring aufstellt? 360 000 Euro Steuergelder wären gespart und einem jungen dynamischen Existenzgründer wäre noch mehr Umsatz verschafft. Zusätzlich wären auch die Unterhaltskosten wahrscheinlich günstiger, z.B. fällt kein Laub von Mooswänden was von der Strasse entfernt werden muss.

Eine kurze Recherche im Web zeigt, dass schon 2017 andere Städte auf das „Wunderwerk“ Mooswand reingefallen sind. Z.B. wurde das Moos von Schimmel befallen oder vertrocknete. Eine Klimawirkung konnte nicht nachgewiesen werden, da die gemessenen Werte nur im Bereich der Messtoleranzen lagen. Weil die Wände mit abgestorbenem Moos unahnsehnlich und für jedermann erkennbar ohne jede Funktion für das Klima waren, wurden sie wieder abgebaut.

Solche Geschäftemacherei unter dem Deckmantel des dringend notwendigen Klimaschutzes schadet dem berechtigten Anliegen.

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