Nachhaltig ist nicht genug

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Windpark bei Salzgitter. Foto: Hans-Georg Dempewolf

Von Simon Göß in „der Freitag

Strom: Ohne eine absolute Reduktion unseres Verbrauchs scheitert der für das Klima nötige Umbau des Energiesystems

Im 21. Jahrhundert ist die Transformation der Energiesysteme die bestimmende Herausforderung der Menschheit. Ohne Energie in ausreichenden Mengen und Raten ist wirtschaftliche Tätigkeit nicht möglich. Energie ist die Schlüsselressource, die alle anderen Tätigkeiten – Landwirtschaft, Bergbau, die Produktion von Gegenständen in Fabriken – erst ermöglicht. Unsere globale, industrielle Gesellschaft benötigt atemberaubende Mengen an Energie, in verschiedenen Formen, etwa flüssige Kraftstoffe oder Strom, bereitgestellt durch eine Vielzahl von Energieträgern – von Erdgas über Kernkraft bis hin zu – unter anderen – Rohöl, Solar und Windkraft.

19 heißeste Jahre seit 2001

Heute befindet sich die Welt seit zehn bis 20 Jahren im Prozess des Umstiegs auf erneuerbare Energien. Doch die Abhängigkeit von fossilen Energierohstoffen ist ungebrochen. 2019 stellten die Fossilen noch immer 85 Prozent des globalen Primärenergieverbrauchs: Wir leben noch immer in der Kohlenstoff-Zivilisation. Gleichzeitig steht der Klimawandel plötzlich vor uns, ist kein fernes, diffuses Problem für die nächste Generation. 19 der 20 heißesten Jahre sind seit 2001 aufgetreten. Unsere Zivilisation steht demnach vor zwei sich überschneidenden Krisen. Während sich die globalisierte, industrialisierte Wirtschaft weiter auf einem Wachstumspfad bewegt und von endlichen fossilen Rohstoffen abhängig ist, heizt deren Verbrauch den Klimawandel weiter an. Zwar hat die Covid-19-Pandemie dem wirtschaftlichen Wachstum vorerst einen Riegel vorgeschoben, der Großteil der politischen Reaktionen darauf betrachtet aber eine Rückkehr auf den Wachstumspfad als notwendig.

Der Umstieg auf Erneuerbare verspricht eine nachhaltige Energieversorgung, die möglichst CO₂-arm ist. Trotz technischer Fortschritte und fallender Kosten für Wind- und Solarenergie sind diese beiden Energieträger noch weit davon entfernt, die Basis der Energieversorgung unserer Zivilisation zu sein. Weiter

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