Letztes Giacometti-Wochenende in Wolfsburg

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Die Räumlichkeiten des Kunstmuseums in Wolfsburg sind in großzügige White Cubes unterteilt; große Räume, die mit einem pudrigen Weiß gefüllt sind. Durch die Lichtgebung verschwinden Ecken und Kanten des Raumes. Mitten in diesem schier endlosen Universum steht eine dieser zarten Figuren Alberto Giacomettis  – eine großartige Präsentation.

Homme qui marche, 1947, Bronze, Kunsthaus Zürich, Alberto Giacometti-Stiftung, Inv. Nr. GS 30;
Foto: Marek Kruszewski

Bei Giacomettis Plastiken handelt es sich um Bronzegüsse: Frauen, Männer, Kinder, die trotz des Materials und des massiven Sockels, auf dem der Künstler seine Figuren postiert, verletzbar und zerbrechlich erscheinen. Die Körper sind, welche Größe Giacometti auch immer für sie wählt, extrem schmal und minimalistisch gestaltet und schreiten, staunen, meditieren…  Jedoch auch auf engsten Raum nebeneinander angeordnet interagieren sie nicht miteinander. Sie erscheinen einsam und auf ihr „Ich“ konzentriert. Giacomettis Werk ist schwer einzuordnen. Es fällt in die Phase zwischen Surrealismus, Avantgarde und Kubismus – es ist eine Klasse für sich – Arbeiten mit einer ganz eigenen Qualität.
Aber Alberto Giacometti war mehr als ein Bildhauer. Er sah die Bilderhauerei, die Malerei und das Zeichnen als gleichwertig an und schuf neben seinen berühmten Plastiken Gemälde und Zeichnungen. Neben den ca. 60 Skulpturen sind auch 30 Gemälde von Giacometti, die das Kunstmuseum zeigt, unbedingt sehenswert.

In der Zeit vom 20.11.2010 bis heute haben 47 700 Besucher die Ausstellung gesehen.
Am 05./06. März kann vorerst letztmalig ein recht umfangreiches Werk des Schweizer Künstlers Alberto Giacometti im Wolfsburger Kunstmuseum besichtigt werden. An diesen beiden Tagen ist das Museum von 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr geöffnet. Öffentliche Führungen werden am Wochenende um 12:00 Uhr, 14:00 Uhr und 16:00 Uhr angeboten. Zu dem Angebot in der Woche kann am Mittwoch, Donnerstag und Freitag um 15:00 Uhr eine zusätzliche Führung wahrgenommen werden.

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