„Geschichte verstehen, Toleranz leben“ mit Auszubildenden der MAN Truck & Bus SE

0
31

Pressemitteilung                                                                                  

Workshop „Geschichte verstehen, Toleranz leben“ mit Auszubildenden der MAN Truck & Bus SE

Das Thema Menschenrechtsbildung ist ein fester Bestandteil im Ausbildungsprogramm der MAN Truck & Bus SE, Berufsbildung Werk Salzgitter. In diesem Rahmen werden seit April 2013 zweimal jährlich Seminartage zum Thema „Geschichte verstehen – Toleranz leben“ in enger Kooperation mit der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel und der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel durchgeführt. Am Beispiel der Geschichte des Nationalsozialismus und der in dieser Zeit praktizierten massiven Ausgrenzung von Menschen setzen sich die Auszubildenden mit der Bedeutung von Respekt und Toleranz auseinander.

Am 16. und 17.05.2019 nahmen Auszubildende der MAN Truck und Bus AG erneut an einem zweitägigen Workshop unter der Leitung von Dr. Gustav Partington teil. Den Auftakt bildete eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Justiz im Nationalsozialismus. Dabei wurden sowohl Veränderungen des Rechtssystems im Übergang von der Weimarer Republik zur NS-Zeit als auch mögliche Handlungsspielräume beteiligter Akteure thematisiert. Anhand von Originalquellen, die in digitalisierter Form in Multi-Touch-Tischen aufbereitet sind, recherchierten die Teilnehmenden selbstständig Schicksale von Einzelpersonen. Über den biographischen Zugang wurden die Auswirkungen der veränderten Rechtsvorschriften konkret und Ausgrenzungsmechanismen sowie die Folgen von Intoleranz deutlich. „Es war eine schreckliche Zeit. Es soll nie wieder eine Lösung sein, die Menschen so zu bestrafen“, resümierte ein Teilnehmer.

Dem Mangel an Toleranz in der NS-Zeit wurden in einem weiteren Programmteil des Workshops die Prämissen des heutigen Strafvollzugs gegenübergestellt. Katja Lehmköster, Hauptsekretärin des Justizvollzugsdienstes, informierte über den aktuellen Strafvollzug. Sie erläuterte nicht nur dessen Leitlinien, sondern gewährte bei einer Führung durch die JVA spannende Einblicke in die heutigen Haftbedingungen, insbesondere die Unterbringung, den Arbeitsalltag sowie Ausbildungsmöglichkeiten.

Die Thematiken Strafvollzug und Hinrichtungen während der NS-Zeit beschäftigen die jungen Erwachsenen nachhaltig: MAN-Auszubildende lieferten bereit wesentliche Beiträge anlässlich der Grundsteinlegung für das neue Dokumentationszentrum der Gedenkstätte im September 2017. Auch werden sie zukünftig an der praktischen Umsetzung des Gedenkortes auf dem Gräberfeld 13a des Hauptfriedhofes, Lindener Straße, für nach Göttingen verbrachte Hinrichtungsopfer der NS-Justiz mitarbeiten.

Foto: Vorstellung von Einzelschicksalen in der multimedialen Lernumgebung. © Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel

Möchten Sie den Artikel kommentieren

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.