Fall des Monats: Reiseärger auf Kuba: Veranstalter verweigert Kostenerstattung

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Verspäteter Start, verlorene Koffer und verschimmelte Betten – was bei einer Reise alles schiefgehen kann, hat ein Ehepaar auf Kuba erlebt. Jetzt weigert sich der Veranstalter, entstandene Zusatzkosten und einen Teil des Reisepreises zu erstatten – obwohl alle Mängel direkt angezeigt und dokumentiert wurden. Der Fall des Monats August der Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Was ist passiert?

Verbraucher aus dem Braunschweiger Umland hatten eine 14-tägige Reise nach Kuba gebucht. Schon der Start war holprig: Durch Verzögerungen am Flughafen verpassten sie ihren Flug und wurden auf den nächsten Tag umgebucht. Die Hotelübernachtung zahlten sie selbst. In Havanna angekommen, war ihr Gepäck nicht auffindbar. Durch die lange Wartezeit konnten sie den gebuchten Transfer nicht nutzen und mussten ein Taxi zum Hotel nehmen. Dort ging der Ärger weiter: Klimaanlage und Toilettenspülung waren defekt, die Betten verschimmelt, der Pool war aufgrund von Sicherheitsmängeln nicht nutzbar und das Frühstücksbuffet voller Fliegen, Spatzen und Dreck.

Da die Reiseleitung vor Ort nicht weiterhalf und die Mängel nicht behoben wurden, buchten die Eheleute schließlich Zimmer in einem anderen Hotel. Das Gepäck traf nach sieben Tagen ein, so dass sie viel Zeit und mehrere hundert Euro investieren mussten, um sich auf Kuba mit dem Nötigsten zu versorgen.

Rechtliche Einordnung und Ergebnis der Beratung

„Die Verbraucher haben mehr als die Hälfte ihrer Urlaubstage aufgrund unzumutbarer Umstände verloren“, erklärt Tiana Preuschoff, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Der Reisepreis sei daher für acht der insgesamt 14 Urlaubstage um 100 Prozent zu mindern – rund 1.650 Euro. „Hinzu kommen die Kosten für die Hotelübernachtung am Flughafen sowie alle Ausgaben, die dem Ehepaar durch den Gepäckverlust und die notwendige Umbuchung entstanden sind“, erklärt Preuschoff. Denn: „Der Reiseveranstalter vor Ort hat die eklatanten Mängel nicht beseitigt. Kein Reisender muss es hinnehmen, in einem verschimmelten Bett zu schlafen und zwischen Fliegen und Spatzendreck zu essen“, so die Rechtsexpertin.

Das sieht der Veranstalter anscheinend anders: Erst nach Einschalten der Verbraucherzentrale hat er zugesagt, einen kleinen Teil der Kosten zu erstatten. Bezüglich der Hotelmängel wartet das Ehepaar jedoch noch immer auf eine Antwort. „Wir haben den Fall unserem Honorar-Rechtsanwalt übergeben und gehen fest davon aus, dass die Verbraucher zu ihrem Recht kommen werden, so Preuschoff.

Tipps der Verbraucherzentrale

Urlauber sollten Mängel noch vor Ort dem Reiseveranstalter melden und um Abhilfe bitten. Wichtig ist es zudem, alles gut zu dokumentieren und Belege zu sammeln. Nach der Rückkehr sollten Ansprüche per Einschreiben geltend gemacht werden. Weitere Informationen zum Umgang mit Reisemängeln unter www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/themen/freizeit-reise/reisemaengel-aerger

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