Elektrisch fahren tut hörbar gut!

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Grafik: Pixabay

Breites Bündnis fordert Warngeräusch für Elektrofahrzeuge

Anlässlich des Tages der Verkehrssicherheit, am 15. Juni 2019, haben sich auf Initiative des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) sieben Verbände und der Deutsche
Verkehrssicherheitsrat zusammengeschlossen. Gemeinsam fordern sie unter dem Motto „Elektrisch fahren tut hörbar gut!“ den sofortigen Einbau eines künstlichen Warngeräusches in alle Hybrid- und Elektrofahrzeuge.

Zum Bündnis gehören der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), die Bundesvereinigung Lebenshilfe, der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), der Deutsche Verkehrssicherheitsrat, der Fachverband Fußverkehr Deutschland (FUSS e.V.), der Sozialverband Deutschland (SoVD) und der Sozialverband VdK Deutschland.

Lautlose Elektrofahrzeuge stellen für Fußgänger und Radfahrer eine Unfallgefahr dar, die größer ist als bei herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Ab Juli 2021 müssen deshalb alle neu zugelassenen Hybrid- und Elektrofahrzeuge ein Warngeräusch von sich geben. Die dafür benötigte Technik nennt sich „Acoustic Vehicle Alerting System“, kurz AVAS.

Das Problem: Jedes Fahrzeug, das bereits ohne AVAS auf den Straßen fährt oder in den kommenden zwei Jahren auf die Straßen kommt, wird dauerhaft lautlos fahren und so zu einem gefährlichen Mischverkehr aus hörbaren und lautlosen Autos beitragen. Gefährdet sind nicht nur blinde und sehbehinderte Menschen – auch für Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung, Kinder, Fahrradfahrer, ältere und unaufmerksame Verkehrsteilnehmende besteht ein Sicherheitsrisiko. Das Bündnis appelliert deshalb an alle Käufer und Besitzer von Hybrid- und Elektrofahrzeugen, diese bereits jetzt mit einem AVAS auszustatten.

Die Kooperationspartner über ihr Engagement für mehr Sicherheit:

„Wer sich mit einem Fahrzeug Menschen zu Fuß nähert, muss sich bemerkbar machen – auch und gerade akustisch. Schnell, aber stumm – das kann lebensgefährlich sein.“ Roland Stimpel, Vorstand FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland

„Auch Menschen, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, werden durch ein künstliches Motorengeräusch an Sicherheit gewinnen. Beim Radfahren spielt der Sehsinn die wichtigste Rolle, doch er richtet sich vor allem nach vorn. Wenn Elektrofahrzeuge außerhalb des Blickfelds akustisch wahrnehmbar sind, können Rad fahrende früher auf sie aufmerksam werden und reagieren.“ Burkhard Stork, Bundesgeschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e. V. (ADFC)

„Wenn ältere Menschen von lautlos fahrenden Autos überrascht werden, ist das eine Gefahr, die zu unnötigen Unfällen führen kann. Wir dürfen nicht warten, bis noch mehr passiert. Technisch ist eine Umrüstung möglich. Dann sollten wir das jetzt machen.“ Franz Müntefering, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO)

„Die Lebenshilfe freut sich über die positiven Effekte von Elektromobilität. Aber für Kinder und Erwachsene mit kognitiven Beeinträchtigungen – und dazu zählen auch Menschen mit einer geistigen Behinderung – ist es geradezu lebenswichtig, dass Gefahren im Straßenverkehr hörbar bleiben.“ Prof. Dr. Jeanne Nicklas-Faust, Bundesgeschäftsführerin der Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.

„Wir danken unseren Kooperationspartnern, die uns beim Kampf für mehr Sicherheit auf den Straßen unterstützen. Die Breite des Bündnisses macht deutlich, dass das Hören auf Geräusche für uns alle zur Verkehrssicherheit dazugehört, und die Gefahr durch geräuschlose Fahrzeuge bei weitem nicht nur blinde und sehbehinderte Menschen betrifft.“ Klaus Hahn, Präsident des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e.V. (DBSV)

„Mit allen Sinnen am Straßenverkehr teilnehmen – das geht nur, wenn Fahrzeuge gehört werden können. Der DVR empfiehlt deshalb allen, die mit Elektrofahrzeugen unterwegs sind, sie freiwillig mit AVAS auszustatten!“ Prof. Dr. Walter Eichendorf, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrats

„Warngeräusche in Elektrofahrzeugen sind unverzichtbar, um den Schutz von Fußgängern zu gewährleisten. Und das gilt insbesondere für Senioren und Menschen mit Sehbehinderungen. Nur so kann eine inklusive Verkehrspolitik gelingen.“ Adolf Bauer, Präsident des Sozialverbandes Deutschland SoVD

„Für Elektrofahrzeuge brauchen wir ein verpflichtendes und an die Verkehrssituation angepasstes Signal, das von ALLEN wahrgenommen werden kann. Nur mit diesem können sich schutzbedürftige Verkehrsteilnehmer, egal ob alt oder jung, im Verkehrsraum orientieren.“ Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbandes VdK Deutschland e.V.

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