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Einer, der weiß, wovon er spricht: Günter Verheugen am Donnerstag 19 Uhr in der Katharinenkirche

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Foto: wikipedia CC BY-SA 4.0

Elf lange Jahre hat er in leitender Funktion in der EU gewirkt, als Erweiterungskommissar hat er für die Eingliederung Polens, Tschechiens, Ungarns und sechs weiterer Länder in die EU gearbeitet, die dann 2004 erfolgte. Dietmar Woidtke, Ministerpräsident von Brandenburg, hat das zu Verheugens 80. Geburtstag (ja, das obige Foto ist nicht ganz zeitnah) als „Ihr politisches Meisterwerk“ gewürdigt. Für diese Leistung wurde Verheugen mit Verdienstkreuzen und anderen Orden geradezu überhäuft. Sein Ziel bestand darin, einen Raum des Wohlstandes, der Sicherheit und des Friedens zu schaffen. Dabei war für ihn immer klar, dass kein europäisches Volk aus einer Friedensordnung ausgeschlossen werden darf, auch das russische nicht. Er sah die Rolle der EU darin, als eine friedenspolitische Kraft zu wirken, die nach Jahrhunderten von Konflikten und Kriegen nun ein gutes Beispiel darstellen sollte, dass es auch anders geht.

All das ist durch die Entwicklung der letzten Jahre verspielt worden, zumindest vorläufig. In ihrem Buch „Der lange Weg zum Krieg“ (2024) zeichnen Verheugen und Petra Erler nach, wie es dazu kam. „Eskalation statt Entspannung“, so wird im Untertitel die gefährliche Entwicklung benannt. Auf 300 Seiten wird eine beeindruckende Analyse vorgelegt, die sich auf viele Quellen stützten kann. Natürlich kann all das auf einer einzelnen Veranstaltung nicht in dieser Ausführlichkeit behandelt werden. Aber die Grundzüge werden sicher deutlich werden, um dann zur zentralen Frage zu kommen: Frieden in Europa – aber wie?

Verheugen stellt dabei unserem gegenwärtigen politischen Personal ein vernichtendes Zeugnis aus: „Eine derart abhängige und kurzsichtige Außenpolitik wie aktuell hat es noch nie in Deutschland gegeben. Nicht unter Brandt, Schmidt, Kohl, Schröder, auch nicht unter Merkel. Gleichzeitig wird davon geträumt, zur stärksten konventionellen militärischen Macht in Europa aufzusteigen… Weder in den USA noch in Deutschland hat sich die Einsicht Bahn gebrochen, dass es nicht möglich ist, Russland zu besiegen, ohne den Dritten Weltkrieg zu führen … Ein solcher Krieg muss mit allen Mitteln vermieden werden, wenn man nicht die ganze Welt zum Schicksal Karthagos verdammen will. Aber es scheint, als wäre die westliche Politik blind dafür.“ (Buch, Seite 300f.)

Verheugens Plädoyer: „Wir dürfen auf diesem gefährlichen Weg nicht weitergehen. Wir brauchen Dialog- und Verständigungsbereitschaft, Abrüstung und Frieden – kurzum: Entspannungspolitik!“

Veranstaltung der Evangelischen Akademie mit dem Braunschweig – Spiegel am Donnerstag, 7. Mai, 19 Uhr in der Katharinenkirche, Hagenmarkt

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