Die „neue Form der Gewalt“ in Saporischschja geboren

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Demo gegen das Kernkraftwerk Brokdorf, das ab 1. Januar 2023 stillgelegt werden soll. Foto: Uwe Meier

Im Krieg gelten keine Regeln mehr. Zivile Atomkraft kann durch einen Angriff zur katastrophalen Gefahr werden.

Diese Erkenntnis ist nicht neu. Sie wurde jahrzehntelang von den Kritikern der Atomkraftwerke ins Felde geführt. Und das meist unter dem Gelächter der sog. „Experten“ aus Industrie, Behörden oder der interessengeleiteten Politik.

Erstmals ist eine Nuklearanlage im Krieg zu einem unmittelbaren Angriffsziel geworden. Die Atomsicherheit am ukrainischen Saporischschja mit seinen sechs Blöcken ist damit nicht mehr gegeben. In der Ukraine werden gerade alle Befürchtungen wahr, dass im Kriegsfall auch die bestgemeinten Regeln nicht mehr helfen, die die Weltgemeinschaft angesichts des Zerstörungspotenzials der Atomtechnik einmal beschlossen hat.

Der Publizist und große Atomkraftgegner Robert Jungk schrieb 1977 in seinem Buch „Atom-Staat“ von einer „neuen Form der Gewalt“. Auch die erklärte Absicht, die Technik nur zu konstruktiven Zwecken zu nutzen, ändere nichts an ihrem „lebensfeindlichen Charakter“. Gerade mal zwei Generationen sind vergangen da haben sich fast alle Szenarien schon bewahrheitet. Eigentlich waren dafür einige Millionen Jahre vorgesehen. Der Krieg am Atomkraftwerk fehlte noch – und den haben wir nun. Lesen Sie von Bernhard Pötter: Die „friedliche Atomkraft“ ist jetzt eine Kriegswaffe.

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