Start Lokales Brandneue Daten vom Infoschwimmen* im Gliesmaroder Bad

Brandneue Daten vom Infoschwimmen* im Gliesmaroder Bad

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Timeline der Sanierung des Badzentrums Gliesmarode (Foto: Kerstin Lindner)

*Infoschwimmen – Eine Informationsveranstaltung der Struktur-Förderung Braunschweig (SFB) GmbH und der Stadtbad Braunschweig Sport und Freizeit GmbH zum Gliesmaroder Bad –

Die Veranstaltung fand gestern, am 10. August 2026 im Außenbereich des Schwimmbads Gliesmarode statt.  Die Rasenfläche vor dem derzeit stillgelegten Schwimmbad war mit neugierigen und/oder verunsicherten Braunschweigern gut gefüllt. Ob die orakelnden Zeilen eines Leserbriefs für das nahende Ende des Gliesmaroder Bads zutreffend waren?
Nein – ganz im Gegenteil, die Veranstaltung verlies ihr Auditorium hoffnungsfroh.

Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum fasste bisherige Aktivitäten wie folgt zusammen:

Am 27. Mai 2025 hatte der Rat der Stadt einstimmig den Weiterbetrieb des Bads Gliesmarode beschlossen. Alle Fraktionen bekundeten dem Bad eine großartige Zukunft. Das war genau die richtige Antwort für die tausende Braunschweiger engagiert gekämpft hatten: 15.000 Petitionsunterzeichner, viele Einzelpersonen, begüterte oder sportbegeisterte oder beides, Initiativen, Vereine, Verbände, Stadtbezirksräte, Medien, kleine und dann auch die großen Ratsparteien. Das Drei-Bäderkonzept von 2007 wurde zu einem Vier-Bäderkonzept erweitert.
Mit diesem Ratsbeschluss vom Mai 2025 schuf die Stadt Braunschweig die sichere Grundlage für die Sanierung des Schwimmbads und den anschließenden Weiterbetrieb. Beauftragt mit der Sanierung wurde im Dezember 2025 die städtische Tochtergesellschaft Struktur-Förderung Braunschweig GmbH. Sie arbeitet in enger Abstimmung mit der Stadtbad Braunschweig Sport und Freizeit GmbH, der sie nach Abschluss der Sanierung den Staffelstab für den Betrieb des Schwimmbads übergeben wird.
Die Wiedereröffnung des Bads wird im ersten Halbjahr 2029 erfolgen.

Über den laufenden Betrieb berichteten Natascha Wessling (Geschäftsführung SFB) und Tobias Groß (Geschäftsführung BS-Bäder GmbH):

Budget
Das Budget für die Sanierung des Gliesmaroder Bads liegt bei 10,6 Mio. Euro. Und das Bad kommt, so der bestätigende Beitrag beider. Sollte im Laufe der Umsetzungsphase das Geld knapp werden, sind es Teilprojekte wie z.B. das Außenbecken, über deren Umsetzung neu nachgedacht werden wird. Aber so weit soll es nicht kommen. Es wurde extra ein Büro engagiert, dessen Aufgabe es ist, alle Fördertöpfe anzuzapfen, die sich in Verbindung mit der Sanierung anbieten, um so ein zusätzliches Finanzpölsterchen zu erwirtschaften.

Betonsanierung
Am Beginn der Sanierungsarbeiten steht das geordnete Abtragen (kein Abriss) des alten Baus. Das Dach wird komplett erneuert, da die bestehende Holzstruktur nicht zu retten ist, die Fassade wird ebenfalls erneuert. Frau Wessling spricht von einem 2/3 Rückbau. Der Beton, insbesondere der des Trägerkonstrukts, ist durch den jahrelangen Kontakt mit chlorhaltigem Wasser geschädigt. Die Intensität dieser Schädigung wird durch tiefengestaffelte Bohrmehlentnahmen aus den Betonelementen eingeschätzt. Ende 26/Anfang 27 wird ein Instandsetzungskonzept vorliegen; das vermitteln Hannah Brandt und Stefan Ullmann vom Ingenieurbüro Lowke und Schiessl (Ingenieurbüro für Baustofftechnologie, Bauwerksdiagnose und Bauwerkserhaltung) aus Braunschweig.

Hannah Brandt und Stefan Ullmann vom Ingenieurbüro Lowke und Schiessl

Energiekonzept
Zudem muss das Energiekonzept neu gedacht werden. Vor 50 Jahren, als das Bad gebaut wurde, war das gasbetriebene Blockheizkraftwerk eine gute moderne Entscheidung. Heute geht es darum, fossile Energieträger auf mindestens 25 % zurückzudrängen. Geothermie, Photovoltaik und Wind sind die Hauptpfeiler des neuen Konzepts, das augenblicklich in der Prüf- und Entwicklungsplanung vom Ingenieurbüro Heise und Baumgart aus Braunlage erarbeitet wird. Stephan Heise ist zur Veranstaltung angereist, berichtet über regenerative Energie, Kreislaufprinzip und smarte Energiemanagementsysteme und steht den interessierten Besuchern der Veranstaltung für Fragen zur Verfügung.

Architektur
Viele der zur Infoveranstaltung gekommenen Braunschweiger drängen sich am Architekturposter. „Erkenne ich mein mir vertrautes Schwimmbad nach der Sanierung wieder?“, fragt eine rüstige Mitsechzigerin. „Die vorhandenen Schwimmbecken bleiben erhalten. Sie werden aber umfassend saniert “, beantwortet Projektleiter Stefan Hüneburg (SFB) die Frage.

Zudem, so ist es seinem Poster zu entnehmen, wird es einen Hubboden im Schwimmbecken geben, mit dessen Hilfe für unterschiedliche Zielgruppen (z.B. Teilnehmer an Schwimmlernprogrammen, Menschen mit körperlicher Behinderung …) das Baderlebnis sicher und erlebnisreich gestaltet werden kann.
Hoch spannend sind auch die Ideen, über die der Architekt von janßen bär partnerschaft – Architekten mbB erzählt: Durch den Entfall des Außen- und Kinderbeckens könnte im Außenbereich ein moderner Sprayground als Wasserspielplatz für Kleinkinder entstehen. Auch über die bestehende Saunaanlage wird diskutiert. Angedacht ist, dass sie durch eine moderne Textilsauna ersetzt wird, so dass sowohl innerhalb der Badehalle als auch im Außenbereich Anlagen besucht werden könnten.

Alle weiteren und die hier dargestellten Fachplanungsbüros aus allen Bereichen des Bäderwesens für die Sanierung stehen fest und sind aktiv in der Planungs- und Entwicklungsphase. Gemeinsam werden sie die vielfältigen baulichen Herausforderungen, die sich sowohl aus aktuellen gesetzlichen Anforderungen als auch aus dem Standort des Badezentrums ergeben, meistern. Dazu zählen insbesondere die Vorgaben zur Barrierefreiheit, zur Energieeffizienz und zur Entfluchtung. Hinzu kommen die Anforderungen des Trinkwasserschutzgebiets sowie die besonderen Bedingungen durch den hohen Grundwasserspiegel.

14tägig ist ein Meeting aller Gewerke gemeinsam mit der FSB und der Bäder GmbH angesetzt. „Das Team ist produktiv, das Klima sehr gut“, berichtet Christopher Blech von noise2zero (Ingenieurbüro für Akustik, Schallschutz und Schwingungstechnik) aus Braunschweig. Im 1. Quartal 2027 soll der Bauantrag eingereicht werden.

Das war eine gute, eine informative Veranstaltung.

Abschließend vermitteln beide, Natascha Wessling und Tobias Groß, dass es sich bei ihrem Projekt nicht um Kosmetik handelt, sondern dass es ihr Ziel ist, die Bausubstanz langfristig zu sichern und das Bad zu einem attraktiven, barrierefreien, inklusiven und zukunftsfähigen Freizeit-, Schul-, Vereins- und Sportbad unserer Stadt weiterzuentwickeln – für uns, unsere Kinder und für deren Kinder.

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