Atommüll-Endlager Schacht Konrad verzögert sich erneut

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Schacht Konrad während der Umzingelung am 22.Mai 2022. Foto: AG Schacht Konrad

Der Start des Atommüll-Endlagers Schacht Konrad verschiebt sich erneut um mehrere Jahre. Der Plan für 2027 sei nicht haltbar, so die zuständige Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE).

Der NDR berichtet, dass die Geschäftsführung der BGE nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Montag den Aufsichtsrat hierüber informiert hat: „Die noch fälligen Bauarbeiten seien neu bewertet worden. Dies habe zu der Einschätzung geführt, dass die Arbeiten um etwa zwei Jahre im Verzug sind. So heißt es laut dpa in Unterlagen, die der Nachrichtenagentur vorliegen.“

Dazu erklärt Ludwig Wasmus, Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD: „Jetzt reicht’s! Das Projekt KONRAD ist nicht umsetzbar, nicht verantwortbar und in allen Sinnen des Wortes völlig vermessen.“ Und weiter: „Die Begründungen der BGE für die erneuten Verzögerungen sind eine Bankrotterklärung für das Projekt KONRAD und für die BGE. Es ist allerhöchste Zeit, dass die Verantwortlichen in Bund und Land den Plan, Atommüll in Schacht KONRAD zu lagern, aufgeben und endlich eine Standortsuche für alle Arten radioaktiver Abfälle nach aktuellem Stand von Wissenschaft und Technik einleiten.“

Viktor Perli. Foto: Achim Meyer-Heithuis

Ganz ähnlich klingt auch die Kritik des Bundestagsabgeordneten der Linken, Victor Perli, aus dem Wahlkreis Salzgitter-Wolfenbüttel: „Das überrascht mich nicht. Schacht Konrad war nie als Endlager für Atommüll geeignet. Die Bundesregierung versucht seit ihrer Standortentscheidung vor 40 Jahren passend zu machen, was nicht passt. Wieder und wieder gibt es Verzögerungen, die die mangelnde Eignung belegen. Es rächt sich, dass es nie ein faires und wissenschaftsbasiertes Standortauswahlverfahren gegeben hat.“

„Der Stand von Wissenschaft und Technik ist längst überholt. Diese Entwicklung gibt auch der AG Schacht Konrad und den Umweltverbänden recht, die einen Antrag auf Rücknahme des Planfeststellungsbeschlusses für den Bau des Endlagers gestellt haben. Die Grünen Umweltminister Meyer und Lemke müssen das Endlagerprojekt stoppen. Sie tragen die Verantwortung. Auch die regionalen Abgeordneten von SPD und Grünen müssen sich endlich aktiv gegen Schacht Konrad einsetzen. Eine neue Standortsuche ist überfällig. Das Endlagerprojekt Schacht Konrad muss beerdigt werden, anstatt Atommüll im unsicheren Schacht Konrad zu beerdigen. Meine Fraktion wird für eine parlamentarische Befassung im Bundestag sorgen.“

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