Badezentrum Negenborn

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Ein Besuch in Schöningen oder: Wie günstig man ein altes Bad sanieren kann

In Schöningen gab es einen Tag der offenen Baustelle,  das Schwimmbad Negenborn war zu besichtigen . Wir waren für den Förderverein Badezentrum Gliesmarode dabei, da uns dieses Bad besonders interessiert. Denn es gibt viele Parallelen von den baulichen Ausmaßen bis hin zu dem Bedarf an energetischen und technischen Sanierungsmaßnahmen.

Es gibt aber auch einen entscheidenden Unterschied: Die Stadt Schöningen hat sich im Gegensatz zu Braunschweig sehr intensiv um die Sanierung ihres Bades bemüht und Mittel und Wege gefunden, diese für knapp 6 Mio. Euro umzusetzen. Die NBank gibt einen Zuschuss von 2 Mio, Euro für die energetische  Sanierung, so dass der städtische Anteil lediglich 4 Mio. Euro beträgt.

 

Beim Gliesmaroder Bad war man 2007 dagegen gleich von einen kompletten Neubau auf dem bestehenden Fundament ausgegangen und kam so auf Sanierungskosten von 9 Mio. Euro (aktuell entsprechend 11 Mio.). Dieser Betrag ließ eine Sanierung von vornherein als unwirtschaftlich erscheinen und trug damit auch wesentlich zu der Entscheidung für das „Spaßbad“ an der Hamburger Straße bei. Um einen Zuschuss für die energetische Sanierung hat man sich in Braunschweig gar nicht erst bemüht.

Im November des vergangenen Jahres waren Frau Hilal von der Stadt Schöningen und der Architekt des Schöninger Bades, Herr Neugebauer, bei uns in Braunschweig  und berichteten über das Vorhaben. Die Planung des Umbaus und die sehr kostenbewusste Herangehensweise haben uns beeindruckt und seitdem doch etwas neidisch nach Schöningen blicken lassen. Es klang alles fast zu schön, um wahr zu sein.

Man muss dazu wissen, dass Schöningen im Gegensatz zu Braunschweig als „arme“ Stadt gilt und die Kommunalaufsicht streng über die Einhaltung des vorgegebenen Kostenrahmens wacht. So waren wir gespannt zu erfahren, wie sich die Situation nun darstellen würde. Noch-OB Hoffmann hatte im Zusammenhang mit der Braunschweiger „Wassserwelt“ ja gerade wieder festgestellt,  „dass der Bau mit erheblichen Zeitverzögerungen und Kostensteigerungen verbunden sei, sei eine unerfreuliche Begleitgeschichte. Für vergleichbare Projekte seien sie mittlerweile aber geradezu typisch.“ (BZ 18.6.14) Bei der Besichtigung erfuhren wir nun, dass in Schöningen die Kosten sogar noch unterschritten werden – nach gut einem Jahr Bauzeit  und kurz vor der Fertigstellung im Spätsommer.

Man sieht also, dass es auch anders geht – und für den Preis der Wasserwelt hätte man in Braunschweig fünf solcher Bäder bauen können!

 

 

 

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