Start Kultur In Hardcore We Trust: Agnostic Front bringen das KufA Haus zum Kochen

In Hardcore We Trust: Agnostic Front bringen das KufA Haus zum Kochen

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Montagabend, 10. August, KufA Haus Braunschweig: Während andere den Wochenanfang vermutlich eher ruhig ausklingen lassen, wartet vor dem Westbahnhof bereits eine gut gelaunte Menge auf eine ordentliche Portion Hardcore. Auf dem Programm stehen OFFSIDE aus Cottbus und anschließend eine echte Legende des New York Hardcore: Agnostic Front.

Agnostic Front stehen seit 1980 auf der Bühne und gehören damit zu den Bands, die Hardcore-Punk nicht einfach nur gespielt, sondern entscheidend mitgeprägt haben. Die New Yorker gelten als eine der einflussreichsten Bands der Hardcore-Szene und als Wegbereiter des New York Hardcore. Auch mehr als vier Jahrzehnte nach ihrer Gründung sind Sänger Roger Miret und Gitarrist Vinnie Stigma weiterhin unterwegs.

Dass der Montag für ein Konzert nicht unbedingt der attraktivste Wochentag ist, schien die Braunschweiger Hardcore- und Punk-Community allerdings herzlich wenig zu interessieren. Schon lange vor Einlass warteten die ersten Fans vor dem KufA Haus. Drinnen zeigte sich schnell: Hier hatte sich ein erstaunlich vielfältiges Publikum versammelt. Hardcore- und Punkfans, Metalheads, Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechts, Jugendliche mit ihren Familien, ältere Besucherinnen und Besucher sowie Menschen im Rollstuhl – alle waren Teil dieser besonderen Konzertnacht.

Den Auftakt machten OFFSIDE aus Cottbus. Die seit 2014 bestehende Hardcore-Band beschreibt sich selbst mit einer klaren Haltung: „In hardcore we trust!! Hardcore is more than music – we say no to any form of fascism and we are opposed to any other form of inhuman thinking.“

Und diese Haltung blieb nicht nur eine Zeile auf einer Website. Musikalisch ging es von der ersten Minute an kompromisslos nach vorne. Obwohl OFFSIDE „nur“ als Support auf der Bühne standen, war die Halle bereits voll – und vor der Bühne wurde es sofort dynamisch. Moshpit und sogar eine Wall of Death gehörten schon zum Aufwärmprogramm. Die vier Cottbuser lieferten ein energiegeladenes Set und sorgten dafür, dass das Publikum bestens vorbereitet war.

Nach einer kurzen Pause war es dann soweit: Agnostic Front betraten die Bühne.

Und mit ihnen schien die Temperatur im KufA Haus noch einmal deutlich anzusteigen. Die Fans sangen mit, sprangen, tanzten, moshten und bildeten immer wieder Moshpits und Walls of Death. Für einen Moment konnte man tatsächlich den Eindruck bekommen, das KufA Haus könnte diesen Abend nicht ganz unbeschadet überstehen.

Doch so wild es vor der Bühne auch zuging: Es blieb eine ausgelassene, gemeinschaftliche und friedliche Atmosphäre. Niemand wollte hier etwas kaputtmachen – außer vielleicht ein paar Kalorien und die eigenen Stimmbänder. 

Agnostic Front zeigten eindrucksvoll, warum sie auch nach mehr als 40 Jahren noch zu den großen Namen des Hardcore gehören. Ihr aktuelles Album „Echoes in Eternity“ verbindet die für die Band typische Härte mit gesellschaftskritischen Themen wie Krieg, Unterdrückung, Verrat und Widerstand. Dabei spannte die Setlist den Bogen über ihr gesamtes musikalisches Spektrum – von Songs des aktuellen Albums bis hin zu großen Klassikern wie „My Life My Way“, bei denen das Publikum besonders laut mitsang.

Und so blieb die Energie bis zum Schluss erhalten. Trotz Montagabend hielt das Publikum durch – bis spät in die Nacht.

Ihr wollt wissen, wie sich diese Nacht angefühlt hat? Dann schaut euch unsere Fotogalerie an. Die Bilder zeigen die Menschen, die Musik, die Energie – und vor allem die Atmosphäre eines Abends, an dem das KufA Haus für ein paar Stunden ganz fest in der Hand des Hardcore war.

In Hardcore we trust.

Copyrights: Photos by Dorothea „Dottie“ Lipinski / Helllove Photography

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