Start Politik Papst Leo: „Man muss sich vor der Illusion der Wiederaufrüstung hüten!“

Papst Leo: „Man muss sich vor der Illusion der Wiederaufrüstung hüten!“

0
Foto: wikipedia, CC BY-SA 4.0

Der Papst hat im französischen Metz eine Rede gehalten. Leider enthalten Medien wie die Tagesschau (siehe auch tagesschau.de) ihren Zuschauern bzw. Lesern wichtige Teile diese Rede vor. Denn der Papst hat ganz konkrete Worte an die Adresse Europas gerichtet: „Der Papst sprach sich gegen die steigenden Militärausgaben der meisten EU-Mitgliedsländer aus.“ (alle Zitate aus: FAZ, 29.9.26).

Man müsse sich fragen, „ob wir tatsächlich kreative Anstrengungen unternehmen, um den Weltfrieden zu fördern oder ob wir lediglich versuchen, das Blutvergießen des Krieges einzudämmen, um uns besser auf jene Krieges vorzubereiten, von denen wir annehmen, dass sie noch kommen werden.“ Man fühlt sich durch dieses Zitat an die ständig von deutschen und europäischen Militärs und Politikern wiederholte Behauptung erinnert, Russland bereite schon den Angriff auf NATO-Gebiet vor, in drei oder vier Jahren sei es soweit.

Das Recht des Stärkeren sei die Ursache aller Konflikte, der Wert des gegebenen Wortes werde missachtet, statt dessen rühme man sich der Lüge und der Täuschung. So sei eine Abwärtsspirale entstanden, der die Europäer ein Ende setzen könnten, wenn sie das Völkerrecht und den Multilateralismus verteidigten. Es komme nun darauf an, den täglichen Dialog nicht zu vernachlässigen, auch wenn die zurückgelegten Schritte klein seien. Das Streben nach Frieden dürfe nicht naiv verfolgt werden, sondern verlange „schöpferische Anstrengungen, die den Gefahren angemessen sind“. Der Papst verweist auf das erfolgreiche Beispiel, wie Deutschland und Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg Brücken gebaut und schließlich sogar die Grundlage für die europäische Einigung geschaffen haben. Und Deutschland sah Frankreich bekanntlich über Jahrzehnte als „Erzfeind“ an, nicht anders als heute die Russen und Russland von Politikern wie unserem Außenminister eingestuft werden.

Überhaupt: wenn man sich die real verfolgte Politik der meisten europäischen Staaten und der EU anschaut, muss man feststellen, dass die von ihnen verfolgte Politik den Gedanken des Papstes diametral entgegengesetzt ist. Und Spanien, das den Aufrüstungskurs verweigert, wird nicht nur von den USA geradezu gemobbt. Die Abwärtsspirale bleibt ungebrochen – leider! Man wird den Eindruck nicht los, dass die meisten Medien kräftig daran mitdrehen (ein Lob für die Ausnahme FAZ, allerdings nur in diesem Fall). Da ist es dann einfacher, man berichtet einfach nicht über die ketzerischen Gedanken des Papstes. Das könnte die Bürger nur verwirren.

Möchten Sie den Artikel kommentieren

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.