Seebrücke: Braunschweig könnte mehr tun

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Laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, UNHCR, sterben durchschnittlich sechs Menschen täglich beim Versuch die tödlichste Grenze der Welt, das Mittelmeer, zu überqueren. Zum Glück werden immer wieder hunderte Menschen gerettet. Manche sind aus eigener Kraft in Europa angelandet. All diese Menschen brauchen JETZT eine sichere Zukunft – auch in Braunschweig.

Wir, von der Seebrücke Braunschweig, sind froh, dass sich unsere Stadt per Ratsbeschluss vom 18.12.2018 der Bewegung „Sicherer Hafen“ angeschlossen hat. „Braunschweig ist sicherer Hafen“. Das war der erste Schritt! Weitere müssen folgen, um den Geretteten auch in Braunschweig eine sichere Bleibe zu garantieren. Es ist also an der Zeit anschließende humanitäre Hilfe zu leisten. Viele Städte in Deutschland geben hier gute Beispiele. Wie sich auf dem Seebrücke-Kongress in Berlin am 14. und 15. Juni 2019 zeigte.

Von mittlerweile 60 Sicheren Häfen haben sich 12 Städte zu einem Bündnis zusammengeschlossen (Berlin, Detmold, Freiburg, Flensburg, Greifswald, Hildesheim, Kiel, Krefeld, Marburg, Potsdam, Rostock und Rottenburg am Neckar), um noch mehr Druck auf das Bundesinnenministerium auszuüben. Sie haben sich bereiterklärt, zusätzlich zum Verteilungsschlüssel, gerettete Menschen aus dem Mittelmeer aufzunehmen! Leider war Braunschweig bei diesem Kongress nicht dabei.

Die Seebrücke Braunschweig fordert: „Braunschweig soll sich dem Bündnis »Städte sicherer Häfen« anschließen und die Postsdamer Erklärung unterzeichnen“. Das würde als nächsten Schritt die Ernsthaftigkeit der Stadt hinsichtlich der Flüchtlingsrettung und Beherbergung damit ihre Glaubwürdigkeit deutlich erhöhen.

„Braunschweig ist sicherer Hafen“, es darf kein Lippenbekenntnis bleiben Herr Oberbürgermeister Markurth. Zeigen Sie Solidarität mit Flüchtenden und erklären Sie öffentlich die Bereitschaft, gerettete Menschen auch in Braunschweig zusätzlich zur Quote aufzunehmen!

Einen menschenwürdigen Umgang mit Geflüchteten fordern rund 60 Städte und Gemeinden aus ganz Deutschland, die sich seit Sommer 2018 offiziell zu „Sicheren Häfen“ erklärt haben. Sie solidarisieren sich mit der Initiative „Seebrücke“. Dabei bekunden sie öffentlich und mit Nachdruck ihre Bereitschaft, aus Seenot gerettete Menschen in ihren Städten und Gemeinden zusätzlich aufzunehmen.” (Potsdamer Erklärung, 03.06.2019). Alle Sicheren Häfen: https://seebruecke.org/startseite/sichere-haefen-in-deutschland/

Herr Oberbürgermeister, wir möchten, dass Sie stolz auf die humanitären Leistungen dieser Stadt sind und dass Sie Folgendes auch sagen können: „Ich bin stolz auf sie alle„, sagte Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann angesichts des einstimmigen Votums. Mit dem Schritt erklärt sich die Stadt bereit, aus Seenot gerettete Menschen abseits der Verteilungsquote direkt aufzunehmen und unterzubringen. Die Oberbürgermeisterin spricht sich sogleich gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung auf dem Mittelmeer aus.

Oder die Kleinstadt Rottenburg, die angeboten hat, bis zu 50 in Seenot geratene  Flüchtlinge des Rettungsschiffs Sea-Watch 3 aufzunehmen. Am Dienstag sind zwei Gerettete in der Stadt angekommen. Es handelt sich um zwei 18-jährige Somalier, die in einer Wohnung untergebracht wurden.

In Rottenburg sind zwei 18-jährige Somalier angekommen, die von der Sea Watch 3 mit Kapitänin Carola Rackete aus dem Mittelmeer gerettet wurden. Sie wurden in einer kleinen Wohnung untergebracht. 

Die Seebrücke Braunschweig fordert: „Braunschweig soll sich dem Bündnis »Städte sicherer Häfen« anschließen und die Postsdamer Erklärung unterzeichnen“ – nicht nur als folgenlosen Ratsbeschluss.

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