Wald statt Asphalt. Protest auf dem Kohlmarkt und bundesweit

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Aktion auf dem Kohlmarkt

Wald statt Asphalt – Protestkundgebung gegen die Rodung des Dannenröder Waldes, den Bau der A49 und für eine Verkehrswende, die diesen Namen verdient.

Am 27. November fand in Braunschweig eine Kundgebung verschiedener Gruppierungen, u.a. Extinction Rebellion Braunschweig, BI Baumschutz Braunschweig und Regionale Energie- und Klimaagentur (REKA) unter Corona-Bedingungen auf dem Kohlmarkt statt.

Am Morgen und Vormittag haben außerdem Aktivist:innen der „Aktion Autofrei“ am Geländer einer Überführung der A2 bei Braunschweig Transparente angebracht und sich außen angeseilt. Die Autobahn wurde kurzzeitig in beide Richtungen gesperrt, bis die Feuerwehr die Menschen von der Brücke geholt hatte. Auch hier ging es um die Unterstützung der Proteste im Dannenröder Wald und um eine konsequente Verkehrswende, weg vom motorisierten Individualverkehr. Zeitgleich fanden ähnliche Aktionen an Autobahnen bei Dresden, Kassel, Jena, Schleswig, Gießen und Hannover statt.

Der Danni ist überall

Worum geht es?

Mitten in der Klimakrise soll in Hessen in Kürze das zweite Teilstück und der Lückenschluss der A49 realisiert werden, deren Planungen vor über 40 Jahren entstanden. Dafür werden derzeit große Areale in mehreren Wäldern gerodet, darunter der völlig gesunde, Jahrhunderte alte Dannenröder (Misch)-Wald. Klimaschützer und Teile der Anwohnerschaft wehren sich seit langem, haben z.B. seit einem Jahr Baumhäuser im bedrohten Wald errichtet und bewohnen sie. Vor etwa zwei Monaten wurde mit der Räumung von Baumhäusern und mit der Rodung der Bäume begonnen. Der Protest hält hingegen an und nimmt an Fahrt auf. Er hat sich, nicht erst seit den heutigen Aktionen, mittlerweile auf weite Teile des Landes ausgeweitet.

Die versuchte Rettung des „Danni“ steht auch symbolisch für die aus Sicht der Klimaschützer völlig unzureichende und gescheiterte Verkehrswende. Denn die Maßnahmen, die die Regierung bisher beschlossen hat, werden nach Überzeugung der allermeisten Wissenschaftler markant am 1,5 -Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens vorbeilaufen und die dringend erforderliche Beschränkung der Erderwärmung verfehlen.

Die Klimakrise ist in vollem Gange und hat längst auch Deutschland erreicht. Wetterextreme häufen sich. Nach dem extremen Trockensommer 2018 hat sich dieser Trend in 2019 und 2020 fortgesetzt und unsere Wälder inzwischen schwer geschädigt. Gesunder, intakter Mischwald ist rar geworden und ein Schatz, den es zu erkennen und zu bewahren gilt. Er ist unersetzlich für unser Klima und unser Leben, und er lässt sich bei Verlust keinesfalls einfach so durch Waldersatzpflanzungen ausgleichen. Das zeigt sich hier in Braunschweig am Beispiel des Flughafenausbaus, wo vor 10 Jahren ebenfalls Waldflächen von vergleichbarem Charakter und unermesslichen Wert gerodet wurden; auch damals schon unter großem Protest von Anwohnern und Umweltverbänden. Die Ersatzflächen, die für den Waldverlust aufgeforstet wurden, sind in den Trockensommern zu großen Teilen schwer geschädigt worden oder eingegangen. Dieses Beispiel hier vor Ort zeigt: ein intakter alter Wald ist ein Schatz, den es zu erkennen und für nachfolgende Generationen zu bewahren gilt. Er reguliert die Temperatur, ist eine Kohlenstoffsenke, speichert Wasser und wirkt klimatisch ausgleichend – in Zeiten des Klimawandels unersetzlich und von unschätzbarem Wert. Solche intakten Wälder müssen wir schützen und bewahren. Vor diesem Hintergrund mutet es absurd an, solch einen Schatz zugunsten einer Autobahn zu opfern.

Es macht Sinn, ausgerechnet am „Black Friday“ Aktionen für den Klimaschutz durchzuführen. Der ohnehin mittlerweile völlig enthemmte Konsum wird mit diesem Tag nochmals angekurbelt, allen damit verbundenen unwelt- und klimaschädlichen Folgen durch Ressourcenverbrauch, Herstellungsprozesse und Transporte zum Trotz.Der Widerstand im Dannenröder Wald geht weiter und ist längst zum Politikum geworden.

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htmlhttp://autofrei.noblogs.org

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