ver.di kritisiert: Verkäuferinnen haben Angst um ihre Arbeitsplätze

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Foto: Alexas_Fotos auf Pixabay

– Oberbürgermeister Wolfsburg, Braunschweig, Salzgitter, Goslar und Göttingen fordern mehr Sonntagsarbeit im Handel

Während viele Verkäuferinnen Angst um ihren Arbeitsplatz haben bzw. ihn zu verlieren drohen (Esprit, Karstadt/Kaufhof, real …) treten u.a. die Oberbürgermeister aus Wolfsburg, Braunschweig, Salzgitter, Goslar und Göttingen für mehr Sonntagsarbeit im Handel an: In einem Brief an den Ministerpräidenten Stephan Weil fordern sie gemeinsam mit ihren OB-Kollegen (alles Männer!) aus Niedersachsen vier Sonntagsöffnungen für die zweite Jahreshälfte.

Beim ver.di-Bezirk Süd-Ost-Niedersachsen stößt das auf Kritik: „Die Verkäuferinnen müssen viel aushalten: Totalüberlastung bei den Lebensmitteln und in den Baumärkten mit bestenfalls marginalem Gesundheitsschutz im Lockdown, Kurzarbeit (ohne Aufstockung für die meisten) und jetzt drohende Arbeitsplatzverluste. Und da fallen dem Einzelhandelsverband, dem Wirtschaftsminister und den OBs nichts Besseres ein, als die Kolleginnen auch noch sonntags arbeiten zu lassen!“ So ver.di-Geschäftsführer Sebastian Wertmüller aus Braunschweig.

Aus langer Erfahrung wisse man, dass Sonntagsöffnungen keine neue Kaufkraft erzeugten, sondern nur mehr Belastungen für die Beschäftigten.

Das sei nicht fair. Kornelia Jung, zuständige Sekretärin von ver.di: „Wir reden hier überwiegend von Frauen in Teilzeit mit Familien, für die jeder Sonntag zur Erholung und für deren Kinder wichtig ist!“

Wertmüller bestätigt, dass der stationäre Einzelhandel unbedingt belebt werden müsse: Dazu brauche es aber keine Sonntagsarbeit, sondern mehr Kaufkraft und mehr Attraktivität: „Können der Verband und die Wirtschaftsförderer der Städte nicht den Einzelhandel beraten: Kundenfreundliches Einkaufen – auch mit Maske? Kampagne ‚Sicheres shoppen‘, o.ä.).?“ Die Probleme des Handels seien fehlende Kaufkraft, Angst vor der wirtschaftlichen Zukunft und Befürchtungen wg. Corona. Bei diesen Themen sei ver.di gerne zu gemeinsamen Initiativen bereit. Bei zusätzlichen Belastungen für die Verkäuferinnen mit ihren geringen Gehältern aber nicht!

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