ver.di fordert konsequenten Schutz von Kita Beschäftigten

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Erzieher*innen in Sorge über neue Virus-Mutation

Braunschweig, 14.01.2021

Während sich viele Menschen im Homeoffice befinden, haben die Beschäftigten in Kitas täglich viele Kontakte. Kitas werden im „Notbetrieb“ offengehalten. Notbetrieb bedeutet dabei, dass bis zu 50% der Kinder in den Kitas vor Ort sind. Gerade die neue, ansteckendere Form des Corona Virus macht vielen Beschäftigten deshalb Sorge.

Sandra Steimer, Betriebsrätin beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Braunschweig, berichtet:

„Unsere Erzieher*innen machen sich große Sorgen. Auch wenn wir Schutzmaßnahmen gewissenhaft umsetzen. In unserer Arbeit ist es einfach nicht immer möglich, den Abstand einzuhalten, auch wenn sich Kinder und Erzieher*innen noch so sehr bemühen.“

Die Gewerkschaft ver.di fordert daher, den Schutz der Beschäftigten konsequent ganz nach vorne zu stellen. Das gilt für Kitas, wie auch für andere Bereiche, die von besonderer Bedeutung für unsere Gesellschaft sind.

Gewerkschaftssekretär Bruno Gerkens:

„Die Einrichtungen laufen im Notbetrieb, d. h. es braucht weniger Personal. Trotzdem erwarten einige Träger, dass alle Kolleg*innen vor Ort sein müssen. Das muss aufhören. Wir empfehlen, die Teams zu teilen. Die eine Hälfte übernimmt die Betreuung, die andere Vorbereitungen, Dokumentation und ähnliches von zu Hause aus. Nach einer Woche kann gewechselt werden. So muss im Falle einer Ansteckung nicht die ganze Kita dichtgemacht werden und für die Kolleg*innen wird der Schutz verbessert. Regelmäßige Corona-Tests und demnächst Impfangebote in der Arbeitszeit, sollten eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Wenn die Infektionszahlen nicht bald sinken, muss zudem auch der Notbetrieb wieder reduziert werden.“

Ein weiteres Thema beschäftigt die AWO-Betriebsrätin Sabine Otte:

„Wenn meine Kolleg*innen sich bei der Arbeit mit Corona infizieren, muss diese Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt werden. Wenn Spätfolgen auftreten sollten oder der Verlauf schwer ist, hat die Einstufung als Berufskrankheit Vorteile für die Kolleg*innen. Ich meine, wenn wir in diesen Zeiten besonderen Risiken ausgesetzt sind, muss das berücksichtigt werden.“

ver.di fordert daher Corona grundsätzlich als Berufskrankheit bei den Kita-Beschäftigten anzuerkennen. Dabei muss vor allem der Nachweis deutlich erleichtert werden.

Viele Menschen haben während Corona erkannt, wie wichtig die sozialen Berufe für unsere Gesellschaft sind.

Gewerkschaftssekretär Bruno Gerkens:

„Anerkennung und Wertschätzung ausdrücken ist ganz leicht: Mehr Personal, Löhne rauf und flächendeckende Tarifbindung.“

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