Spielfreude und Umweltschutz:

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Sportplätze ökologischer gestalten – Kunstrasen biologisch verfüllen

Am kommenden Freitag (14.06.2019) wird im Sportausschuss (SpA) ein Grüner Antrag zum Thema Kunstrasenplätze behandelt. Nach dem Willen der Ratsfraktion soll bei der Planung und Errichtung von neuen sowie bei der Sanierung von bestehenden Kunstrasenplätzen, künftig auf umweltschädliche Gummiverfüllungen verzichtet werden. Stattdessen sollen auf den städtischen Sportanlagen fortan ökologische Alternativen zum Einsatz kommen und biologische Verfüllungen wie z. B. Kork verwendet werden. Gummiverfüllungen von Kunstrasenplätzen sind in Deutschland der fünftgrößte Emittent von Mikroplastik in die Umwelt und damit auch ins Meer. Daher sehen die Grünen bei diesem Thema dringenden Handlungsbedarf.

Dabei ist der Ratsfraktion durchaus bewusst, dass Kunstrasenplätze aus dem modernen Breitensport kaum noch wegzudenken sind. Kunstrasenplätze haben vielerorts harte Tennenplätze ersetzt; Hobbyfußballer und Hobbyfußballerinnen freuen sich über hochwertige Spielflächen und weniger Schürfwunden. Der Ball läuft auf diesen Spielflächen wesentlich schneller, zudem sind Kunstrasenplätze deutlich seltener witterungsbedingt gesperrt.

Doch ein Problem bemerken alle, die regelmäßig darauf trainieren: Die kleinen Gummikügelchen sind anschließend überall zu finden. Ob in den Schuhen, der Sporttasche oder im Umfeld des Platzes: Das Gummi, das auf dem Platz liegt, um ihm bessere Eigenschaften zu verleihen, bleibt leider nicht dort liegen. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts UMSICHT[1] aus dem Jahr 2018 hat ergeben, dass Verwehungen von Sport- und Spielplätzen die fünftgrößte Quelle primären Mikroplastiks darstellen. Umgerechnet 10.873,5 Tonnen verlieren sie jährlich an die Umwelt. Zum Vergleich: Das hierzulande stark kritisierte Mikroplastik in Kosmetik liegt mit 1.567,5 Tonnen deutlich darunter.

„Wir haben es hier mit einem massiven ökologischen Problem zu tun“, so der Grüne Ratsherr und Bürgermeister, Dr. Helmut Blöcker, (Mitglied im Sportausschuss). „In Schweden und Norwegen hat man das Problem bereits erkannt – und reagiert.“ Dort würden nun vornehmlich umweltfreundliche Verfüllungen verwendet. Und auch in Norddeutschland gebe es erste Plätze, die mit ökologischen Alternativen ausgestattet seien. So sei der SC Victoria Hamburg z. B. sehr zufrieden mit dem verwendeten Kork. Befürchtete Verschwemmungen des Korks bei massiven Regenfällen seien bisher ausgeblieben. „Wir wünschen uns die besten Spielbedingungen auf unseren Sportplätzen. Dazu gehört für uns eben auch eine andere Verfüllung von Kunstrasen. Schnelles Passspiel und wirksamer Umweltschutz – so macht Fußball noch mehr Spaß!“  

Grüner Antrag „Ökologische Alternativen für Verfüllungen auf Kunstrasenplätzen“

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