SchülerInnen in Braunschweig auf der Straße: Wo bleibt die Konsequenz?

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Fotos: Klaus Knodt

Braunschweigs Schülerinnen und Schüler gehen weiter auf die Straße: Für Klimaschutz, für eine faire Welt, gegen Umweltzerstörung und gegen die schlechte Politik der etablierten Parteien. Über 2500 Schülerinnen und Schüler waren auch an diesem Freitag wieder dabei, als es im angemeldeten Protestzug durch die Innenstadt ging. Ein beeindruckender und friedlicher Protestzug, der seinen Abschluss bei einer Kundgebung vor dem Shopping-Center am Bohlweg fand.

„Warum ist die Bahn so teuer? Ach, das liegt wohl an Herrn Scheuer“ stand auf einem selbstgebastelten Plakat. Die junge Generation forderte lautstark den Stopp des Kohleabbaus, den Subventionsstopp für klimafeindliche Energien und eine umweltfreundliche Verkehrswende. Mit viel Wut, aber auch viel Phantasie. Wohltuend authentisch im Vergleich zu den glattgebügelten Slogans der Parteien, die sich am Sonntag zur Europawahl stellen.

Wir „Alten“ hinterlassen der nachfolgenden Generation einen Planeten in erbärmlichem Zustand. Wir waren zu faul, zu blauäugig und zu gleichgültig um zu begreifen, dass wir diesen kleinen Planeten umbringen: Indem wir immer neue Autos kaufen, immer mehr bequeme Dienstleistungen nutzen, uns die Pizza bringen lassen, jedes Jahr ein neues Handy kaufen, die Schuhe per LKW anliefern lassen und den Mittags-Snack in der Plastikmüllverpackung aus dem Supermarkt rausreissen.

Oder die Klamotten in Pakistan nähen und dann shippen lassen, die Erdbeeren aus Südafrika einfliegen lassen, das Anglizistik-Auslandssemester in Melbourne statt in Birmingham machen und im Urlaub nach Argentinien fliegen, anstatt nach Usedom zu wandern.

Trete ich da jetzt gerade Jemander/Jemandem auf den Fuss? Dann tut es mir nicht leid.

Zum Protest gehört immer auch die Konsequenz, das eigene Verhalten dem selbst angelegten Massstab zu unterwerfen. Keine Fernreisen. Keine Billigklamotten. Kein Smartphone aus China. Kein Auto. Keine Sneakers, keine Basketbälle, kein Internet, keine Billigreisen zum Abi-Abschluss am Ballermann, keine Silikonbrüstchen. (to be continued).

Zum Protest gehört immer auch die Konsequenz, das eigene Verhalten dem selbst angelegten Massstab zu unterwerfen. Und da sieht ein alter Mann offene Fragen.

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