Landwirtschaft und das Ende der Fahnenstange

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Es scheint, dass in der EU-Agrarpolitik und der bundesdeutschen Landwirtschaft in Kürze das Ende der Fahnenstange erreicht sein wird. Das Ende wird markiert durch die kaum noch zu überbietenden Widersprüche in der Agrarbranche an sich und zudem auch noch in Verbindung zu den Ansprüchen Verbraucher.

Die Ursache ist klar: Bedingungslose Gewinnmaximierung auf der Grundlage des Lebendigen, nämlich Tieren, Pflanzen und Böden. Ethisch orientierte Maßstäbe, die durchaus auch in  Gesetze einfließen, schlagen nicht mehr in die Praxis durch, weil diese nach anderen Prinzipien, den Marktgesetzen, handeln muss. Es passt vorne und hinten nicht mehr. Neoliberale Wirtschaftspolitik läss sich nun mal nur mit lebensverachtenden Verlusten auf „DAS LEBEN“ projezieren.

 

Das wird besonders deutlich in diesen Tagen. Pflanzenschutzmittel und deren Metabolite flächendeckend im Grundwasser Niedersachsens (NDR), (Pestizid-Alarm in Niedersachsen). Das nur als aktuelles Beispiel. Ein weiteres wäre die Nitratbelastung im Grundwasser, und überhaupt der Rückgang fruchtbaren Bodens (etwa 100 ha/Tag).

Oder nehmen wir die Tiere: Antibiotika, Qualzucht, Tierhaltung, Futter, Schlachtung usw. Kein Bereich, in dem kein Problem steckt. Hier ein schwaches Licht am Horizont in der Dunkelheit des unwürdigen, unethischen Verhaltens.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat nun einen Wettbewerb der Visionen für die Agrarsysteme der Zukunft ausgeschrieben. Es gilt kreativ zu sein und sich zu beteiligen! – Einreichungsfrist: 10.07.2015

In einem ersten Schritt bietet der offene „Wettbewerb der Visionen“ die Möglichkeit, sich in den Zukunftsprozess einzubringen. Die aussagekräftigsten Visionen werden von der Expertenjury ausgewählt. Im September 2015 werden diese dann im Rahmen eines Kreativ-Workshops diskutiert und weiterentwickelt. Im Anschluss wird es auf dieser Internetseite die Möglichkeit einer weiteren Online-Diskussion der Ergebnisse des Workshops geben.

Ziel des Zukunftsprozesses ist die Identifikation von Forschungsbedarfen, die schließlich zu einer bestmöglichen Gestaltung der „Agrarsysteme der Zukunft“ führen.

Bemerkenswert ist, dass nicht das Landwirtschaftsministerium diesen Wettbewerb ausgeschrieben hat.

 

 

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