Klimawandel und Biodiversität bedingen einander

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Abgebrannter Regenwald, um Palmöl in den riesigen Plantagen zu gewinnen. Das Ökosystem ostasiatischer Regenwald ist völlig zerstört. Foto: Sandra Hoyn

Der Klimawandel ist ein bedeutender Mitverursacher der globalen Biodiversitätskrise. Gleichzeitig ist der Erhalt von Biodiversität in gesunden Ökosystemen zentral, um dem Klimawandel entgegenzuwirken und seine Auswirkungen abzufedern.

Hier im Querumer Wald wurde für die überflüssige und bis heute subventionierte Landbahnverlängerung ein wertvolles Ökosystem zerstört.

Dabei beginnen wir erst den Klimawandel und seine Auswirkungen mit seine umfassenden Rückkopplungen auf Ökosysteme mit ihrer Biodiversität zu verstehen. Eindeutig ist, dass die Vielfalt aller Tier- und Pflanzenarten sowie der Ökosysteme, d.h. die Biodiversität, einen fundamentalen Beitrag zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung leisten.

Auch in Waggum wurde bei der Verlängerung der Startbahn ein nachgewiesen wertvolles Ökosystem mit hoher Biodiversität zurstört. Die hier gezeigten sog. Ausgleichsflächen sind vertrocknet.

Ohne intakte Ökosysteme kann dem Klimawandel nicht entgegengetreten werden.

Allerdings werden Ökosysteme deutlich schneller zerstört, als das Klima sich verändert. Zudem werden wir ohne eine Trendumkehr beim Verlust von Biodiversität 80 % der Sustainable Development Goals nicht erreichen. Wurden doch bereits 3/4 der natürlichen Land- und 2/3 der Meeresökosysteme erheblich degradiert oder zerstört.

Der Verlust der biologischen Vielfalt in Ökosystemen mindert deren Widerstandsfähigkeit und führt zu einer geringeren Kohlenstoffspeicherung der Systeme. Diese sogenannte Senkenfunktion ist jedoch unverzichtbar, um die Pariser Klimaziele zu erreichen. Denn auch künftig lassen sich CO2-Emissionen nicht vollständig vermeiden. Restemissionen müssen durch gleich hohe Kohlenstoffbindung kompensiert werden. Über 2/3 der menschlichen Treibhausgase werden insbesondere von Mooren, Wäldern und Ozeanen und humusreichen Böden aufgenommen. Umso wichtiger sind daher der Schutz oder die Renaturierung von Klimastabilisationsgebieten mit hohem Kohlenstoffspeicherpotenzial. Dazu zählen neben Mooren und Wäldern insbesondere Auen, Mangroven, Tundra, Savannen und Grasland. Intakte Ökosysteme haben durch ihre genetische Vielfalt auch eine höhere Anpassungsfähigkeit gegenüber klimatischen Veränderungen.

Lesen Sie dazu im RIFFREPORTER ein Interview mit Hans-Otto Pörtner vom Weltklimarat IPCC über den gemeinsamen Workshop-Bericht von IPCC und Weltbiodiversitätsrat IPBES: „Wer die Natur für den Klimaschutz nutzen will, muss als Erstes die Emissionen mächtig herunterfahren“

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