Jasperallee: erhebliche Versäumnisse im Umgang mit den Baumschäden

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Jasperallee: BIBS-Fraktion begrüßt Beschluss des Bezirksrates, sieht aber erhebliche Versäumnisse im Umgang mit den Baumschäden

Jasperallee: BIBS-Fraktion begrüßt Beschluss des Bezirksrates, sieht aber erhebliche Versäumnisse im Umgang mit den Baumschäden Der Stadtbezirksrat Östliches Ringgebiet hat in seiner Sitzung vom 15.5. abgelehnt, dass die verbliebenen, nach den jüngst durchgeführten Zugversuchen als standsicher eingeschätzten Bäume noch in diesem Jahr gefällt werden. Einen so lautenden SPD-Antrag auf Fällung der Bäume noch in diesem Jahr wurde bei Stimmengleichheit (Gegenstimmen BIBS, Linke, FDP, Grüne) abgelehnt.

„Das ist ein positives Signal“, erklärt BIBS-Ratsherr Wolfgang Büchs. „Der Rat sollte diesem Ansinnen der Basis vor Ort folgen. Die nicht standsicheren Bäume wurden mittlerweile gefällt. Die verbliebenen Bäume sollen stehen bleiben. Im Übrigen hat die SPD schon bei der Debatte um die Jasperallee im November 2018 erklärt, dass sie dem Ansinnen des Bezirksrates, den sie als ‚Basis‘ ansieht, folgt. Damals wurde mit dieser Begründung im Rat die Zustimmung zu den Baumfällungen und die Ablehnung zur Durchführung einer Bürgerversammlung erklärt. Wir hoffen, dass die SPD sich an ihre Argumente von damals erinnert und in der Ratssitzung am 21.5. Wort hält und sich dem Wunsch des Bezirksrates entsprechend verhält.“

Erhebliche Versäumnisse im Umgang mit den Baumschäden und dem umgefallenen Silberahorn sieht die BIBS-Fraktion bei der Stadtverwaltung:

Denn eine Textpassage im Gutachten zu den Bäumen der Jasperallee von Dr. Scherer vom 28.06.2018 macht stutzig. Dort heißt es: ‚Wie von Anwohnern berichtet wurde, ist es vor einigen Jahren auch zu seitlichen Abgrabungen des Wurzelbereichs im Rahmen von Bauarbeiten zur Erneuerung der Fahrbahndecke gekommen. Es steht zu vermuten, dass es hierbei auch zu direkten Wurzelverletzungen durch Abriss oder auch durch Schnitte gekommen ist. Äußerst schwerwiegend ist die Tatsache, dass durch das natürliche Vorhandensein holzzerstörender Pilze im Boden […] oft ein weiterer Holzabbau des verbleibenden Wurzelkörpers durch diese Pilze einsetzt. […] In vielen Fällen seien die Pilze in der Lage zum Verlust der Standsicherheit und damit der Verkehrssicherheit zu führen.“

Weiter heißt es:

„Sollte es unumgänglich sein, auch Grob- und Starkwurzeln einkürzen zu müssen, so ist es, nachdem untersucht wurde, ob der Baum überhaupt noch standsicher ist, unumgänglich, den Wurzelverlust durch vorsichtige Kronenrückschnitte auszugleichen und die Baumteile wieder in ein ausgeglichenes Verhältnis zueinander zu bringen (die Krone darf zum Beispiel nicht mehr Wasser verdunsten, als die Wurzeln nachliefern können). Geschieht dies nicht, reagiert der Baum mit

der Bildung von Totholz und nachlassender Vitalität, da das bauminterne Gleichgewicht zwischen oberen und unterirdischen Kronenteilen gestört ist.“ (Seite 10ff.)

Wir erinnern uns: 2012 ist die Jasperallee zwischen Theater und Altewiekring ‚über den gesamten Querschnitt‘ (Ds.14760/11), also inklusive der baumbestandenen Mittelallee saniert worden. Dabei ist die Straße komplett neu ausgekoffert und erneuert worden, ebenso wie der Fußweg auf der Mittelallee zwischen den beiden Baumreihen. Dabei ist es offenbar zu den im o.g. Gutachten erwähnten ‚Abgrabungen im Wurzelbereich‘ und ‚Wurzelverletzungen‘ gekommen, die dann

mittelbar über die Jahre hinweg zum Sturz des Baumes 350 (mit einer Leichtverletzten und den ‚niederschmetternden Ergebnissen der Zugversuche‘ (BZ vom 07.05.2019) geführt haben. Die Überbleibsel dieser Arbeiten im Jahr 2012 sah man bei den Probegrabungen im Bereich der Baumreihen noch an Hand einiger Betonreste und sonstiger Baumaterialien, die dann fälschlicherweise als ‚Bauschutt‘ bezeichnet wurden.

Fazit: Das jetzt zu Tage getretene Problem der Standfestigkeit bei Ahornbäumen der Jasperallee ist hausgemacht und die Grundlagen für diese Entwicklung sind erst 2012 gelegt worden. Des Weiteren geht aus den Aussagen des Gutachters Dr. Scherer ganz klar hervor, dass zwischen den Vitalitätsuntersuchungen und der Standfestigkeit der Bäume ein unmittelbarer Zusammenhang besteht, und dass diese beiden Parameter nicht unabhängig voneinander zu betrachten sind, wie bisher immer von der Verwaltung behauptet.“, erklärt Wolfgang Büchs abschließend.

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