Drei Klassen im Stadion

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Am 17.12.1835 nahm der erste Eisenbahnzug in Deutschland mit drei Personenwagen seinen Betrieb zwischen Nürnberg und Fürth auf. Die Einteilung in Wagenklassen war standes- und zeitgemäß: Drei Wagen – drei Klassen. Der Wagen der dritten Klasse besaß kein Dach, keine Türen und Abteile mit 8 bis 10 Sitzplätzen. Demgegenüber war der Wagen der zweiten Klasse mit einem Segeldach, Türen und einem verbreiterten Sitzabstand ausgestattet. Der Wagen der ersten Klasse schließlich konnte mit Glasfenstern, kostbarer Verkleidung und vergoldeten Türgriffen glänzen.

175 Jahre später sollen die Braunschweiger in einer Bürgerbefragung darüber entscheiden, ob das Eintracht-Stadion umgebaut werden soll. Auf der Westtribüne werden – bei Zustimmung durch die Bürgerbefragung – im Wesentlichen drei gänzlich voneinander getrennte Bereiche entstehen: Ganz unten die Plätze für den einfachen, drittklassigen Eintracht-Fan, darüber der sog. Businessbereich für Sponsoren und Ehrengäste, und ganz oben die VIP-Logen. Selbstverständlich werden die Sponsoren eine gehobene Gastronomie und auf vielen Plätzen einen verbreiterten Sitzabstand vorfinden. Für die 19 VIP-Logen, in denen sich jeweils 12 VIPs angemessen aufhalten und bewirten lassen können, ist die Verglasung schon fest eingeplant. Nur die kostbare Verkleidung und die vergoldeten Türgriffe sollen die VIPs nach den Plänen der Stadt selber mitbringen. Allerdings kosten die „nackten“ VIP-Logen und die Sponsoren-Plätze trotzdem 4 Mio. € und damit deutlich mehr als ein Viertel der Gesamtkosten (14,5 Mio. €).

Hinweis: Bei den oben genannten Kosten hatte sich leider ein Fehler eingeschlichen. Der Betrag von 4 Mio. € setzt sich aus den Kosten für die VIP-Logen (1,9 Mio. €) und den Kosten für die Sponsoren-Plätze (2,1 Mio. €) zusammen, nicht – wie ursprünglich beschrieben – alleine aus den Kosten für die VIP-Logen. Ich bitte, den Fehler zu entschuldigen.

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