Erinnerungskultur – zur forstlichen Zeitgeschichte

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Preisträger und Jurymitglieder des Abetz-Preises, gestiftet von Johannes Fürst zu WaldburgWolfegg und Waldsee. Foto: Matthias Becker

33. Waldbrief vom 24.4.2021

„Was sind das für Zeiten, wo ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!“

Bertold Brecht – an die Nachgeborenen, 1939, in: die neue Weltbühne

Ob wir jüngere Epochen noch als Zeitgeschichtet oder bereits als Geschichte einordnen, mögen wir der Wissenschaft überlassen. Irgendwann im vergangenen Jahrhundert wird die Grenze zu ziehen sein. Es handelt sich also nicht um eine abgeschlossene oder dauerhaft abgrenzbare Epoche, sondern um eine dynamische, die sich im Laufe der Zeit verändert.

Zeitgeschichte unterliegt noch keiner abgeschlossenen historischen Bewertung. Wie alle gesellschaftlichen Erscheinungen, haben auch die Traditionen und Konventionen von Berufsständen ihre Wurzeln in der Vergangenheit, so auch die des Forstwesens. Es darf die hellen Phasen seiner historischen Entwicklung stolz benennen, die dunklen Zeiten aber nicht verschweigen. Ob hell oder dunkel – stets geht es um das richtige Maß an Vorsicht und Sensibilität im Umgang mit Ereignissen der Vergangenheit, insbesondere wenn es um die Berufung auf und Bewertung von Personen geht, deren Spuren bis in die Gegenwart reichen.

Der nachstehende Beitrag mag das verdeutlichen. Das Wortprotokoll über die Mitgliederversammlung des Reichsforstverbandes im Juni 1929 machen betroffen – das Wortprotokoll über den Begrüßungsabend der Stadt Königsberg anlässlich der Jahrestagung 1929 des Deutschen Forstvereins lässt schaudern. Weiter:

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