Bericht: Die AfD und der Klimawandel

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So wie der Regenbogen auf physikalische Gesetzmäßigkeiten zurückzuführen ist, so auch der Klimawandel. In der Biologie ist dasjenige ökologische System dynamisch stabil, das kooperiert, und nicht welches konkurriert. Kooperation ist der Schlüssel zur echten Nachhaltigkeit. Das Prinzip muss verstanden werden - sowohl politisch als auch biologisch- physikalisch. Foto und Unterschrift: Uwe Meier

In der Diskussion zwischen dem Klimaleugner Dipl. Ing. Michael Limburg und Prof. Jürgen Kuck von der Ostfalia, konnte Michael Limburg mit keiner Behauptung überzeugen.

Am Donnerstagabend, 12.12., hatte die AfD-Fraktion im Regionalverband Braunschweig im Rahmen eines „Bürgerforums“ zu einem Diskussionsabend eingeladen unter dem Thema „Masterplan 100% Klimaschutz für den Großraum Braunschweig: Sinnvoll oder Ökopopulismus?“ Es kamen ungefähr 100 Personen in die Stadthalle; die AfD-Freunde waren offenbar in der Minderheit. Ein kleinerer Vortragssaal war voll besetzt. Etwa 80 Demonstranten veranstalteten vor der Stadthalle eine Kundgebung gegen die AfD und ihre Ziele.

Die Veranstaltung wurde von Gunnar Scherf und Frank Lange eingeführt, beide AfD-Fraktion im Regionalverband. AfD-Ziele in der Regionalentwicklung und die Position der AfD zum Thema Klima wurden referiert, und dabei der bekannte Zweifel vorgetragen, dass der Klimawandel menschengemacht sei und entsprechend die Maßnahmen auch wirkungslos wären.

Die Hauptredner waren Jürgen Kuck, Professor für Energiemanagement und Gastechnik an der Ostfalia Hochschule, als Vertreter des wissenschaftlich begründeten Klimaverständnisses und Michael Limburg, Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik und nach der Berentung Hobby-Klimatologe als Vertreter der Klimaleugner. Kuck machte den Anfang.

Es ging nicht um Details der Klimamaßnahmen in der Region Braunschweig, sondern hauptsächlich um zwei Fragen: Gibt es einen globalen Klimawandel und wenn ja, ist er durch menschliches Handeln verursacht? Didaktisch geschickt baute Kuck seinen halbstündigen Vortrag wie einen Krimi auf. Er begann mit der Schilderung des Problems, der Klimaerwärmung, und machte sich dann auf die Suche nach den Übeltätern, die sich als die bekannten Treibhausgase entpuppten, allen voran das CO2. Kuck beschrieb die sichtbaren und prognostizierten Folgen des Klimawandels. Beide Anfangsfragen wurden eindeutig mit „ja“ beantwortet.

Es folgte Limburg. In unsystematischer Abfolge widersprach er den aktuellen Klimatheorien. Es bestünden keine Korrelationen zwischen CO2 und Temperaturschwankungen. Der Klimawandel sei im Wesentlichen nicht vom Menschen verursacht, die Temperaturmessungen seien anzuzweifeln, statt Meeresspiegelanstieg senke sich das Land durch den Druck der Gebäude, die Konzentrationen der Spurengase (CO2, Methan u.a.) seien so niedrig, dass ein Effekt nicht vorstellbar sei. Fichten und generell Pflanzen würden besonders gut wachsen bei erhöhten CO2-Werten (den Harz kannte er offenbar nicht). Aufgrund der Klimaerwärmung gäbe es keine kranken Menschen oder gar Klimatote. Als Auslöser der Erwärmung kämen indirekte Sonnenaktivitäten in Frage. Den Ländern, die ihre Lebens- und Wirtschaftskultur entsprechend den Vorgaben des Pariser Abkommens verändern wollen, prognostizierte er ein gesellschaftliches Leben im Stile von Nordkorea. Und was wird, wenn es doch zu einer gravierenden Erwärmung kommt? Seine zynische Empfehlung war „dann passen wir uns eben an“. Alles kein Problem. Was würden wohl die Menschen in Bangladesch zu diesem Ratschlag sagen, die von Überschwemmungen, Hunger und tödlichen Krankheiten bedroht sind?

In der folgenden Diskussion mit dem Publikum, die sehr diszipliniert ablief, und an der sich auch Helmut Käss beteiligte, reagierten jeweils beide Vortragenden parallel auf Fragen und Bemerkungen. Die Thesen von Limburg wurden verständlich widerlegt. Die Argumentationsketten von Kuck, basierend auf breiter wissenschaftlicher Erkenntnis, waren überzeugend. Am Ende der Diskussion wies er auf die Erdölindustrie als Wirtschaftszweig hin, die von der Leugnung der menschlichen Verursachung des Klimawandels profitiere.

Unter dem Strich ist festzuhalten, dass es ein gelungener Diskussionsabend war. Anfangs hatte Kuck die Frage gestellt, ob dieses Format beispielhaft sein könne für ähnliche Veranstaltungen in Braunschweig. Vorstellbar wäre es, meine ich, sofern es um klar umrissene Sachthemen geht.

2 KOMMENTARE

  1. Zitat:
    “ Michael Limburg, Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik und nach der Berentung Hobby-Klimatologe als Vertreter der Klimaleugner.“

    Sie müssen sich mal die ganzen „Experten“ vom EIKE-Institut und der AfD ansehen, dass sind nämlich häufig solche „Hobby-Experten“ aus ganz anderen Fachgebieten, aber mit irgendwelchen akademischen Graden, die vermutlich mit solchen Vorträgen ihre Pension oder Rente aufbessern und natürlich das sagen, was der Auftraggeber wünscht.
    Leichtgläubige Menschen fallen halt darauf ein, der xy vom Institut für xz hat ja nen Dr. oder Dipl.-, also ganz wichtig und ein richtiger Experte.

    AfD-Anhängern kann man mit solchen Erkenntnissen und sachlichen Argumenten, selbst Basiswissen aus der Schule nicht mehr beikommen, es ist wie gegen eine Mauer anzureden, anzuschreiben. Im Wähler- und Unterstützerumfeld der AfD befinden sich alle möglichen Strömungen, Leichtgläubige, Verschwörungstheoretiker, uvm. , die in ihrem Weltbild festgefahren sind und für Informationen und Argumente aus dem Rest der Welt nicht mehr empfänglich sind. Es sind ja immer die Anderen (also wir), deren „Horizont begrenzt ist“, wenn man versucht mit denen fachlich und sachlich zu reden, ja sogar Beweise und Belege für deren Irrtum vorlegt.

    Das Internet und diverse Informationskanäle darin fördern solche Gruppen durch gezielte Falschinformationen und Propaganda. Durch Browser, Like-Funktionen und Auswertung von Cookies (Internetverhalten) werden auf einigen Internetseiten und Suchmaschinen oft gesuchte und passende Seiten und Werbung zum eigenen Nutzerverhalten angezeigt, dass Phänomen nennt man Internet-„Filterblase“, heißt also, diese Menschen bekommen überwiegend nur noch Nachrichten und Links, welche zu Ihrem Nutzerprofil passen. Das Internet ist somit ein Teufelskreis für Leichtgläubige, die sich unbewusst nur noch einseitig informieren.

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