Nur B90/Die Grünen nehmen den Klimawandel ernst

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So zeigt sich der Klimawandel bei uns: Flächig abgestorbene Fichten am Oderteich (Harz). Foto: Hans-Georg Dempewolf

Sie haben nämlich ein Konzept und stellen es zur Diskussion.

Der Vorwahlkampf hinterlässt seine ersten Spuren. Zunächst einmal wurde die zur Kanzlerkandidatin gekürte Annalena Baerbock in den letzen Wochen arg gezaust. Zu recht wegen ihres frisierten Lebenslaufs und ihrer zu späten Einkommensmeldungen an die Bundestagsverwaltung. Das war höchst unprofessionell. Dafür bat sie vielfach um Entschuldigung und hat sich selbst gescholten. Aber das sind die berühmten Peanuts.

Keine Peanuts sind der Mut den die Grünen mit ihren Vorschlägen gegen die Erderwärmung zeigen; und dass im beginnenden Wahlkampf. Erinnert sei hier an die grüne Debakel-Wahl aufgrund der geplanten Benzinpreiserhöhungen (Magdeburger Parteitag) und den Vaggiday.

Seit Monaten erleben wir, wie die Parteien immer fantastischere Ziele verkünden. Nur wenn es um die Umsetzung der Ziele geht, ist nicht nur Schweigen angesagt. Nichts Konkretes kommt von CDU, CSU, SPD, Die Linke und der FDP. Doch anders die Grünen. Frau Baerbock hat „Butter bei die Fische“ getan und konkrete Vorstellungen für die Umsetzung deutlich gemacht. Sie trug vor, wie die gerade verschärften GROKO-Klimaziele erreichbar wären: CO2-Preis für Benzin schon ab 2023 erhöhen und nicht erst 2025, was den Spritpreis schon zwei Jahre füher um 16 Cent/l erhöhen würde. Was für ein Aufschrei folgte in den Parteien. Am peinlichsten war der SPD-Kandidat Olaf Scholz: Wer „einfach weiter an der Spritschraube dreht, der zeigt, wie egal ihm die Nöte der Bürgerinnen und Bürger sind.“ Die FDP will sogar eine „Benzinpreisbremse“ einführen und die linke Fraktionsführung warf den Grünen „unerträgliche Arroganz“ vor.

Alle verschweigen, dass die Grünen Kompensation vorgeschlagen haben. Das ist unredlich, weil das integraler Bestandteil des Grünen-Konzeptes ist! Die Grünen wollen den Bürgern den Erlös auf den höheren Preise zurückgeben. Die SPD wehrt sich gegen die Preiserhöhungen und will lieber die Vermeidung von CO2-Emissionen durch Milliardeninvestitionen in Gebäude und Verkehr erzielen. Herr Kanzlerkandidat Scholz und seine Experten scheinen nicht verstanden zu haben, dass schnell gehandelt werden muss. Die CDU hat unter dem Druck des Bundesverfassungsgerichts beschlossen, schneller und mehr Klimaschutz zu machen, damit Deutschland schon 2045 klimaneutral wird. Es fehlen konkrete Angaben.

Wenn man sich den Aufschrei der Parteien mit ihrer medialen Begleitmusik anhört, dann muss man sich bei einem weltbewegend existenziellen Thema, wie es der Klimawandel ist, die Frage stellen, ob des billigen PR-Vorteils willen die CDU/CSU, FDP, Die Linke und die SPD ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzen wollen. Die ist ohnehin ramponiert. Wie soll man denn ernsthaft um den besten Weg streiten, wenn Vorschläge mit Hilfe von unredlichen Zitaten sofort niedergemacht werden?

Lesen Sie zur CO2-Bepreisung und ihre Effizienz: „Vier populäre Irrtümer zum Thema CO2-Bepreisung“

Die Rückkehr der Klimaheuchler“. (Der SPIEGEL)

2 KOMMENTARE

  1. Na dann können wir uns alle ja entspannt zurück lehnen. Dass Frau Baerbock Kanzlerin oder Vizekanzlerin wird, dürfte sicher sein und dann ist das Klima endlich gerettet. FFF, BaumschützerInnen et al.: legt Euch hin!
    Ich glaub‘ nicht dran, dass es so geht und schon gar nicht, dass es die Grünen machen. Letzteres zeigt die Erfahrung – Moorburg, Hambacher Forst, AKWs abschalten, Autobahn- / Straßenbau, …

  2. Zumindest ist das ein wichtiger Ansatz von den Grünen. Da stimme ich Uwe zu. Wenn sie dann noch konstruktive Ansätze in dem Zusammenleben mit Russland anbieten würden, statt immer wieder die Gefahren von Russland her zu betonen und das Militär als reine Landesverteidigung sehen würden, würden sie für mich ihre Attraktivität noch sehr erhöhen…

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