Demoaufruf zum globalen Klimastreik am 29.11.

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FfF-Demo in Braunschweig Foto: Uwe Meier

„Am 29.11. gehen weltweit wieder Menschen – jung und alt – auf die Straße, um für Klimagerechtigkeit zu demonstrieren und Druck auf die Politk auszuüben! Während Millionen Menschen am 20. September gestreikt haben, hat die Bundesregierung am selben Tag ein lächerliches Klimapaket vorgelegt, das uns noch tiefer in die Klimakrise führt.
Was wir jetzt brauchen, ist ein Neustart Klima: Wir fordern Klimagerechtigkeit – und zwar jetzt! Doch dafür braucht es ein komplettes Umsteuern und Maßnahmen, die uns wirklich auf den Weg der Klimaneutralität bis 2035 bringen und eine Bundesregierung, die ihrer Verantwortlichkeit nachkommt und sich nicht weiter hinter Ausreden und Mutlosigkeit versteckt!

Nach der Auftaktkundgebung ab 14.30 Uhr singen wir um 15 Uhr gemeinsam mit der Unterstützung diverser Braunschweiger Chöre das Klimalied „Do it Now!“. Mit unserer Demoroute durch die Stadt, tun wir unseren Protest kund! Wir lassen uns nicht von einem halbgarn Klimapaket abspeisen! Nach Rückkehr zum Schlossplatz gibt es noch ein paar abschließende Worte und Musik.

Sei dabei! Sag deinen Freundinnen, Bekannten, Nachbarinnen, Familie und Arbeitskolleg*innen bescheid! Die Demo findet diesmal ausnahmsweise so spät statt, dass umso mehr Arbeitstätige teilnehmen können! Lass uns wieder so viele werden, wie am 20. September!“ (Friday für Future Braunschweig)

Die Gruppe „Parents for Future Braunschweig“ rufen ebenfalls zu der nächsten globalen Klima-Demo  am Freitag, 29. November 2019 um 14.30 Uhr auf. Hier ihr Aufruf zum Weltweiten Klimaaktionstag

Parents for Future Braunschweig„:

Auch die jüngsten Nachrichten und der aktuelle Sonderbericht des IPCC „Ozean und Kryosphäre“ zeigen leider erneut eine deutliche Verschärfung der eskalierenden Klimakrise.

  1. Die Permafrostgebiete mit gewaltigen, klimaschädlichen Methanvorkommen erwärmen sich erheblich schneller als erwartet2 und litten im Sommer zusätzlich durch gewaltige Waldbrände.3
  2. Die für die Trinkwasserversorgung von Milliarden Menschen verantwortlichen Gletscher schmelzen immer schneller.4
  3. Dem Amazonasregenwald droht innerhalb der nächsten zwei Jahre die irreversible Zerstörung.5
  4. Das immer schnellere Abschmelzen der Eisschilde6an den Polarkappen reduziert einerseits die Reflektion der Sonneneinstrahlung und beschleunigt somit die Erderwärmung noch weiter und lässt andererseits den Meeresspiegel ansteigen. Der IPCC prognostiziert den Meeresspiegelanstieg bereits bis Ende diesen Jahrhunderts auf bis zu 1,10 m. Alleine in Deutschland wären mehr als 300.000 Menschen unmittelbar davon betroffen.7
  5. Gleichzeitig drohen schon 2050, also in 30 Jahren, bis zu 340 Millionen Menschen weltweit unterhalb der prognostizierten Flutlinien zu leben.8 Ein weiterer Effekt des steigenden Meeresspiegels ist eine zunehmende Versalzung der Küstenregionen mit verheerenden Auswirkungen auf Trinkwasser und Landwirtschaft, wovon weltweit rund 600 Millionen Menschen betroffen sein werden.9

Über den von Menschen gemachten Klimawandel gibt es einen überwältigenden wissenschaftlichen Konsens.10 Gleichzeitig erreicht die Konzentration an Treibhausgasen in der Atmosphäre jährlich neue Höchststände.11 Das Restbudget an CO2-Äquivalent der Menschheit wird bei den derzeitigen Emissionsmengen bereits in knapp 8,5 Jahren12 oder weniger13 aufgebraucht sein, will man das 1,5 Grad-Ziel einhalten. Wird die angestrebte 1,5 °C Erderwärmung überschritten, wird das Erreichen kritischer Klima-Kipppunkte deutlich wahrscheinlicher14 und die apokalyptisch anmutenden Schreckensszenarien der Wissenschaft15 mit jedem zehntel Grad realistischer.

Nur mit einer großen gemeinsamen Anstrengung der Menschheit kann dies vermieden werden!

Daher hat sich jedes Land der Erde mit dem Übereinkommen von Paris zur Erreichung bestimmter Ziele verpflichtet, um die Erderwärmung auf maximal 1,5 °C zu begrenzen. Deutschland – obwohl eines der reichsten Länder der Erde – trägt allerdings viel zu wenig zur Erreichung der Klimaziele bei und rangiert weltweit nur auf Rang 27 und innerhalb Europas auf Rang 18 im Klimaschutz-Index.16 Und das, obwohl Deutschland weltweit die siebthöchsten CO2-Emissionen aufweist bzw. die EU als Ganzes sogar die dritthöchsten.17 Bei den kumulierten CO2-Emissionen belegt Deutschland allein gar Rang 4 aller Länder,18 ist also einer der stärksten Verursacher der Klimakrise und somit in besonderer Verantwortung. Bereits jetzt ist allerdings gesichert, dass die anteiligen CO2-Minderungsziele, zu denen sich Deutschland mit der EU verpflichtet hat, für 2020 deutlich verfehlt werden. Auch das „Klimapaket“ der Bundesregierung vom 20.09.2019 ist zur Erreichung nicht ausreichend.1Strafzahlungen von bis zu 60 Milliarden Euro sind zu erwarten.19

Wir fordern von den politischen Mandatsträgern auf allen Ebenen, den zahlreichen Absichtserklärungen schnell wirksame Taten folgen zu lassen, um endlich das Übereinkommen von Paris einzuhalten und den Klimanotstand als solchen anzuerkennen. Wir brauchen einen #NeustartKlima, und ein wirksames Klimapaket! Es geht um die Lebensgrundlage und die Zukunft aller Menschen!

Der 29.11.2019 steht daher erneut nicht allein im Zeichen von Fridays for Future. Auch sehr viele Erwachsene haben bereits ihre Teilnahme angekündigt. Ein breites, weltweites Bündnis unterschiedlichster Organisationen ruft zur Teilnahme auf. An diesem Tag hat die Menschheit die große Gelegenheit, das nächste starke, gemeinsame und globale Zeichen für konsequenten Klimaschutz zu setzen!

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