Braunschweigs erste queere Straßen-Querung

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Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum (links) und ein Bellis-Monteur installieren am Bohlweg eine Streuscheibe mit einem lesbischen Ampel-Frauenpaar. Foto: Klaus Knodt

Schwule und Lesben mit Herzchen-Symbol auf Streuscheiben – wie kommen jetzt Heterosexuelle über den Bohlweg?

Von Klaus Knodt

Mit einem Rückgriff in die Mottenkiste des LGBT- und Gender-Wahnsinns macht sich nun auch die Stadt Braunschweig lächerlich. Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum (SPD) weihte heute am Bohlweg in Höhe Schlossportal Braunschweigs erste „gleichgeschlechtliche Ampelanlage“ ein.

In London kam man schon 2016 auf diese Lösung: Hier dürfen alle rüber, auch diverse Personen.
Foto: honorarfrei

Statt des üblichen grünen Männchens weisen nun wahlweise ein Paar etwas gebeugt laufender Weiblein und ein Paar eilend geduckter Kerle den Weg über die Fahrbahn. Zwischen den Partner*Innen symbolisiert jeweils ein grünes Herzchen, dass es sich um weit Größeres als zwei Freundinnen beim Einkaufsbummel oder Kumpels auf dem Weg zur Kneipe handelt.

„Weltoffenheit“ wolle man so demonstrieren, erklärte Kornblum bei der Inbetriebnahme. „Wir wollen damit zeigen, dass alle Formen der Liebe in Braunschweig gleichberechtigt sind.“ Die queere Bohlweg-Querung, drohte er, sei „erst der Anfang“.

So sieht das schwule Pendant zu den lesbischen Ampelmädchen aus. Foto: Klaus Knodt

Da es die neuen „gleichgeschlechtlichen“ Ampel-Streuscheiben nur als Sonderanfertigung gibt, kosten sie pro Stück rund 50,- €, sagte Stephan Fischer vom städtischen Baufachberech FB 66. Allein am Bohlweg wurden 8 Stück für 400,- € verbaut. In ganz Braunschweig gibt es 250 Lichtzeichenanlagen mit rund 1000 einzelnen Fußgängerampeln.

Ein Blick in Deutschlands Verordnungsdschungel erhellt die Lichtzeichen-Posse leider nicht. Noch 2004 verbot die „RiLSA“ (Richtlinie für Lichtsignalanlagen) das im Beitrittsgebiet liebgewonnene Ampelmännchen mit dem kecken Ulbricht-Hütchen, so dass es zunächst flächendeckend demontiert wurde. Die aktuell gültige RiLSA-Fassung mit ihrer 2017 aktualisierten Beispielsammlung unter FGSV-Nr. 321/1 scheint da größere Spielräume zu lassen: In Mainz zieren Mainzelmännchen eine Ampel, in Hameln der Rattenfänger. In Teltow (Brandenburg) opponierte 2012 die SPD gegen ein „gendergerechtes Ampelmädchen mit weit schwingendem Röckchen und Zöpfen“, da es „kein zeitgemässes Frauenbild“vermittle. Braunschweigs neue Ampelfiguren sind immerhin in Hamburg, Hannover und München schon länger etabliert.

Und wie kommen jetzt heterosexuelle oder diverse Menschen ihrerlei Geschlechts über die Straße? Kornblum: „Wenn es Grün wird und einer nicht sicher ist, kann er ja stehen bleiben.“ Für die Rotphase habe man allerdings keine neuen Streuscheiben eingebaut: „Da bleibt es bei dem altbekannten Ampelmann, damit nicht noch was passiert.“

1 KOMMENTAR

  1. Was für ein polemischer und homophober Artikel! Queere Menschen werden nach wie vor diskriminiert, die Suizidrate ist bei homosexuellen Jugendlichen nachweislich höher, als bei heterosexuellen, für viele Eltern bricht immer noch eine Welt zusammen wenn der Sohn seinen Freund mitbringt und „schwul“ ist weiterhin ein Schimpfwort auf Pausenhöfen. Sichtbarkeit unterschiedlicher Lebensweisen im öffentlichen Raum ist daher dringend gefragt. Was soll also dieses widerliche Geschwurbel? Bis auf die Kosten hat Ihr Bericht doch keinen Inhalt, außer homophobe Polemik, die andere Menschen verletzt. Die 8 Ampeln nehmen KEINEM anderen Menschen in der Stadt was weg! Aber der arme alte weiße männliche Autor muss rumheulen…

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