Bahnübergang Grünewaldstraße: Allee oder Beton?

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BÜ Grünewaldstraße© Stadt Braunschweig

Auf diesen Termin hatten viele gewartet: Gestern (Montag, 15.5.) hatte die Stadt Braunschweig alle Interessierten eingeladen, um über die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zu informieren. Und das VIP-Foyer der Volkswagenhalle war gut gefüllt. Gegenstand der Erörterung waren verschiedene Querungsvarianten des jetzigen Bahnübergangs Grünewaldstraße, die zukünftig – nach Einsatz einer neuen Stellwerkstechnik bei der Bahn – zum Einsatz kommen könnten.

Bei der Infoveranstaltung wurden insgesamt sechs Querungsvarianten vorgestellt:

– ebenerdige Querung mit beschranktem Bahnübergang (ähnlich wie derzeit auch, nur mit modernerer Technik)
– zwei Varianten einer Unterführung (Tunnel)
– drei Varianten einer Überführung

Zu der ebenerdigen Querung mit Schranken referierten die beiden Bahnexperten Dr. Gunnar Bosse und Leonhard Pelster der TU Braunschweig sehr kompetent zu den Schrankenschließzeiten nach Einsatz der neuen Stellwerkstechnik, zu den Details siehe die Ergebnispräsentation).

Fazit dieser Untersuchung: die Schließzeiten der Schranken lassen sich optimieren. Sie liegen zum Teil nur noch wenig über 2 Minuten, können aber in bestimmten Situationen auch bis zu 5 Minuten dauern. Gegenüber der jetzigen Situation aber eine deutliche Verbesserung.

Die übrigen 5 Varianten (2 Unterführungen, 3 Überführungen) wurden von der Emch+Berger Projekt GmbH vorgestellt (siehe Variantenuntersuchung).

Die vielleicht auffälligsten Unterschiede bei der Bewertung der verschiedenen Varianten ergeben sich schon allein bei den Kosten. Diese betragen (sehr grob geschätzt):

1 Mio für die ebenerdige Querung mit Schranken
je 5 Mio für die beiden Unterführungsvarianten (Tunnel)
10 Mio, 12 Mio oder 18 Mio für die drei Überführungsvarianten.

Dazu kommen noch eine Reihe weiterer Kriterien für die Bewertung der Varianten, z.B. in welchem Maß Eingriffe in die Ökologie notwendig werden oder nicht, wie viel Fläche neu versiegelt wird, welche Mengen an Beton verbaut werden, wie viele Bäume gefällt werden müssen, welche Umwege gegangen oder gefahren werden müssen usw. usf.

Diese Kriterien spielten bei der Machbarkeitsstudie erstaunlicherweise aber keine Rolle. Das ist eigentlich unverständlich, da laut Ratsbeschluss vom 5.Okt.2021 die Stadt Braunschweig möglichst bis zum Jahr 2030 klimaneutral werden soll (siehe Integriertes Klimaschutzkonzept 2.0). Die Stadt Braunschweig möchte damit – so steht es auf der Homepage – als Stadt der Forschung und Wissenschaft eine Vorreiterrolle annehmen.

Wie geht es nun weiter?

Die Stadt Braunschweig gibt ab sofort allen Interessierten die Möglichkeit, sich zu den Varianten zu äußern, allerdings nur bis zum 28. Mai 2023.

Wenn Sie Ihre Meinung der Stadt mitteilen möchten, sollten Sie das also spätestens bis zum 28.5. tun.

Mail: verkehrsplanung@braunschweig.de

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