Atomenergie: Das Thema ohne Ende

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"Die Schlacht um Brokdorf" leitete mit die Meinungs-Wende ein, dass Atomenergie politisch nicht durchsetzbar ist. Foto: Günter Zint. Seine Fotos dokumentieren den „Bürgerdialog“ um Atomenergie seit dem Baubeginn in Brokdorf.

Und Die Grünen sind mitten drin

Nun noch ein Jahr und Deutschland ist seine Atomkraftwerke los. Trotzdem werden diese Kraftwerke im Energiesystem Europas und darüber hinaus weiterhin eine Rolle spielen. Aufgrund der langen Bauzeiten, hohen Stromerzeugungskosten, Risiken bei Betrieb und der noch ungelösten Endlagerfrage jedoch nicht in Deutschland und weltweit nur eingeschränkt.

Ein Bericht des DIW von 2019 kommt zum Ergebnis, dass eine Investition in ein Kernkraftwerk privatwirtschaftlich stets unrentabel ist, unabhängig davon, welche plausibel erscheinenden Werte für den zukünftigen Strompreis, die spezifischen Investitionen und die Kapitalkosten angenommen werden.

Nun schleichen sich über die Europäische Union über einen deutsch-französischen deal Atomkraftwerke über die Begriffe „Nachhaltigkeit“ und „Klimaschutz“ wieder in Deutschland ein. Die Grünen wurden politisch massiv ausgetrickst, wobei davon auszugehen ist, dass sie schon vor den Koalitionsverhandlungen von dem anstehenden Manöver der SPD wussten. Natürlich sind sie empört. Es ist aber schon bemerkenswert, dass die Atompartei CDU/CSU die Beschlüsse zur Abschaffung der Atomkraftwerke verabschiedete und die Atomkraftwerkgegner, die Grünen, sie durch die EU-Hintertür unter Duldung der Machenschaften des Koalitionspartners SPD über mögliche Finanzierung sie wieder anschafft – wenn auch nicht in Deutschland. Verkehrte Welt? Auf den ersten Blick schon. Aber nur unter Grün konnte die Friedenspolitik im Kosovokrieg aufgegeben und HARTZ IV eingeführt werden. Der Verdacht: Nur unter grüner Regierungsbeteiligung können grüne politische Positionen geschliffen werden.

Nicht diskutiert wird derzeit inwieweit der französche Atomkraftwerk / Atombomben-Komplex berührt ist. Beides ist schließlich kaum zu trennen. Haben damit die Grünen, nachdem sie im Koalitionsvertrag bereits der Atombombenlagerung in Büchel zugestimmt hatten, nun auch noch Mitverantwortung am französchen Atombombenprogramm?

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Das alte Widerstandszeichen in Brokdorf an der Elbe. Foto Uwe Meier

Jürgen Trittin, viele Jahre einer der linken Obergrünen und Umweltminister im Kabinett Schröder, gilt als Vater des Atomausstiegs. Hier nimmt er Abschied von den letzten Atomkraftwerken: „Aufbruch aus Brokdorf„.

Günter Zint

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