Analyse der Drohnenangriffe auf Saudi-Arabien

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militärische Drohne Symbolbild

Die Drohnen wurden im Krieg um den Jemen eingesetzt.

Seit 2015 führen Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate Krieg im Jemen (genau genommen gegen die Huhti-Bewegung, der etwa 50% der Bevölkerung zugerechnet werden). Die beiden Staaten erhalten ihre Waffen aus den Nato-Staaten, überwiegend aus den USA. Nicht nur die USA, sondern auch Frankreich und Großbritannien unterstützen die beiden Staaten. Die Huhti-Bewegung im Jemen wird vom Iran unterstützt. Der Krieg wird mit solcher Brutalität geführt, dass der Jemen-Krieg eine schwere humanistische Katastrophe darstellt, über die vergleichsweise sehr wenig berichtet wird. (s. unten)

Nun zu den aktuellen Ereignissen.

Die Huhti-Bewegung im Jemen setzt seit einiger Zeit Drohnen gegen Saudi-Arabien ein und hat auch die Verantwortung für die Angriffe auf die Raffinerien übernommen. Bei dem sehr präzise ausgeführte Angriff auf die beiden Raffinerien hat das amerikanischen Patriot-Luftabwehrsystemen versagt. Es versagte auch schon bei Raketenangriffen auf Riad (März 2018). Das Versagen des Patriot-Systems war damals eine weiterer Bestätigung für die Türkei das russische Luftabwehrsystem S-400 zu kaufen.

Die Vermutung ist naheliegend, dass die Drohnen vom Iran geliefert wurden. Genauso, wie Saudi-Arabien amerikanische Waffen und Abwehrsysteme einsetzt. Damit ist die Aufregung der USA gegen den Iran etwas seltsam. Beide spielen dasselbe Spiel. Nur verdienen die USA dabei sehr viel Geld, denn Saudi-Arabien hat hinter der USA und China den drittgrößten Militärhaushalt der Welt. Saudi-Arabien liegt bei den Militärausgaben in derselben Größenordnung wie Indien, Frankreich und Russland.

Die symbolische Wirkung

Natürlich haben die Drohnenangriffe auch eine Wirkung für den Nahen Osten. Wenn Saudi-Arabien, mit ihren vielen amerikanischen Waffen und der Unterstützung der USA, nicht einmal ihre größten Raffinerien schützen können, ist das ein Desaster für die US-Waffenindustrie. Damit ist der Verdacht, die USA wollten den Drohnenangriff nicht abwehren, um den Krieg anzufeuern, fragwürdig und die Aufregung der USA verständlich. Wenn der Iran die USA im Persischem Golf angreifen kann, ohne dass die Abwehrraketen der USA den Angriff verhindern können, dann ist das ein wichtiger Grund den Krieg nicht vor den US-Wahlen zu beginnen. Tote US-Soldaten machen sich da schlecht.

Der Iran hat übrigens schon die Angriffsziele bekanntgegeben: Zwei US-Militärbasen und ein amerikanisches Schiff im Nahen Osten befinden sich im Visier des iranischen Militärs, die es im Falle eines Angriffs der USA, seinerseits angreifen wird. Trump hält sich bisher auch mit den Anschuldigen zurück, anders als sein Außenminister M. Pompeo, der schon den Iran verantwortlich gemacht hat. Das iranische Außenministerium hat die Verantwortung für die Drohnenangriffe zurückgewiesen und die Beschuldigung als Lüge bezeichnet.

Der Vergleich zu Russland in Syrien.

Die russischen Stützpunkte in Syrien wurden mehrfach von Islamisten mit Drohnen angegriffen. Die Russen scheinen das in den Griff bekommen zu haben, ohne jeweils teure Abwehrraketen gegen billige Drohnen einzusetzen. U.a. stören sie die Sender der Angreifer. Syrien selber besitzt nur das alte modernisierte S-300 System Russlands, mit dem sie viele Angriffe abwehren können. Inzwischen verkauft Russland sein neues Raketenabwehrsystem S-400 erfolgreich, trotz der intensiven Versuche der USA alle Russischen Verkäufe zu verhindern. Der Angriff auf die Raffinerien schwächt das Ansehen der USA im Nahen Osten und stärkt dort indirekt das Ansehen Russlands als verlässlichen Partner.

Der Jemenkrieg im Braunschweig-Spiegel:

Weil es nicht so läuft, wie die USA sich das vorgestellt haben,

Die unterschlagene Nachricht – der Kampf um Al Hudaida,

Der Jemen wird zerbombt und der Iran bedroht – mit deutschen Waffen für Saudi-Arabien

Skandalöse Angriffe auf Krankenhäuser

Foto: Open Clipart-Vektors auf Pixabay

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