Amerika igelt sich ein

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Wirtschaftspolitisches Faustrecht wird nun auch gegen die sog. Freunde" in der "Wertegemeinschaft"weltweit durch die USA eingeführt. Aber so ganz neu ist das auch nicht. Pixabay

Indem er gegen immer mehr Länder Sanktionen verhängt, isoliert sich der Westen zunehmend selbst, ohne die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Von Rüdiger Rauls (Manova)

Mit seiner neuen Zollpolitik besonders bezüglich chinesischer Elektroautos macht der politische Westen deutlich, wie sehr er sich wirtschaftlich in der Defensive befindet. Aber solche Abwehrmaßnahmen richten sich nicht nur gegen vermeintliche Angreifer, sondern auch gegen Querulanten im eigenen Lager.

Nichts geht mehr

Der Inflation Reduction Act (IRA) sollte der große Wurf der Biden-Regierung werden. Mit Hunderten von Milliarden Dollars wollte sie die fortschrittlichsten Industrien in die USA locken, vor allem die Unternehmen der westlichen Freunde in den eigenen Wirtschaftsbereich ohne Rücksicht darauf, welcher Schaden diesen sogenannten Freunden dadurch entsteht. Mit viel Geld versüßte man die Entscheidungen der eigenen Unternehmen, im Land Produktions-Kapazitäten aufzubauen statt in Übersee. Durch höhere Zölle erschwerte man den Zugang zum eigenen Markt für solche Unternehmen, denen die amerikanische Industrie nicht gewachsen war.

Die Amerikaner haben Angst vor einem Krieg mit Russland, weshalb sie in der Ukraine immer darauf achten, dessen rote Linien nicht zu überschreiten. Wenn sie aber Angst vor einem Krieg mit Russland haben, was bleibt ihnen anderes übrig, als das Erstarken einer chinesisch-russischen Allianz zu behindern, indem sie Chinas Wirtschaft Knüppel zwischen die Beine werfen. Weiter auf Manova

2 Kommentare

  1. Es ist erstaunlich – und bezeichnend fuer den westlichen Geisteszustand – wie wenig berichtet wird ueber den ukrainischen Beschuss der russischen Fruehwarnradars gegen Interkontinentalraketen (vom Typ ‚Woronesch‘).

    Fuer den Ukraine-Krieg sind sie praktisch ohne Bedeutung, fuer die Russen ist deren Zerstoerung (von denen sie nur zehn Stueck haben) von strategischer Bedeutung, also eine Bedrohung der Existenz des Staates selbst.

    Nur Militaerfachleute sprechen das Thema in seiner ganzen Tragweite an, etwa der oesterreicher Oberst Markus Reisner oder Oberst Richter (Ex-OSZE) oder auch der ehem. General Haral Kujat.
    Der Rest ist ‚droehnendes‘ Schweigen.

    Bestenfalls wird Olaf Scholz beschimpft, wenn er sich weiterhin weigert, deutsche Waffen auf russischem Boden einzusetzen.

    Man koennte sich troesten, dass nun bald Wahlen sind. Allerdings versimpeln Kaliber wie Fr.Strack-Zimmermann mit ihrer Aggressiven Kampagne ein komplexes Problem, spalten die Bevoelkerung und treiben die eigenen potentiellen Waehler zur AfD.

    Indes wurde dem ehemaligen UNO-Waffeninspekteur Scott Ritter ohne Begruendung der Reisepass entzogen, von den Wahlprognosen nicht zu reden.

    Nacht wird es noch nicht, aber es dunkelt langsam.

  2. Die Kriegsgefahr wächst. Der französische Premierminister spricht schon von einem neuen Weltkrieg. Die Wut der transatlantischen Eliten über das Scheitern der westlichen Eindämmungsstrategie gegenüber Russland – wie schon beim gescheiterten Krieg der NATO in Afghanistan – macht sie blind für die Risiken und ist brandgefährlich. Deutschland wird das nukleare Schlachtfeld werden – siehe die US-Atomwaffenstützpunkte bei uns – und unsere Regierung ist blind und taub. Keine der im Bundestag vertretenen demokratischen Parteien verfolgt noch eine friedenspolitische Agenda, das ist eine fürchterliche Diagnose für eine parlamentarische Demokratie.
    Wir sind Objekte einer massiven Kriegspropaganda, wie ich sie noch nie erlebt habe (Jahrgang 1948 ) .

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