Von Uwe Wackerhagen
Herrn Dr. Thorsten Kornblum, Rathaus Platz der Deutschen Einheit 1, 38100 Braunschweig
Sehr geehrter Dr. Kornblum,
wir trafen uns zu Bürgerfragen in Querum, in der Aula der IGS(14.1.) und danach im Begegnungszentrum in Gliesmarode bei der SPD-Veranstaltung am 28.3.2026. Ich bat sie beide Male, die Wendeschleife in Gliesmarode für den geplanten Ausbau der Stadtbahnlinie nach Volkmarode zu prüfen und sich das betreffende Gelände im Zentrum von Gliesmarode anzusehen. Auf der SPD- Veranstaltung sagten Sie zu mir „Sie bekommen Antwort“. Ich habe bis heute keine Antwort erhalten.
Ich nehme an, dass Sie wegen des fertigen Planfeststellungsbeschluss keinen Anlass sehen, sich mit dem Projekt und den Bedenken der Bürger auseinanderzusetzen. Ja die Bürgerproteste kommen spät. Ich habe die Planfeststellung abgewartet und war der Meinung, dass die Planfeststellung am 13.3.2025 neutral verläuft und Einwände in den Beschluss einfließen würden. Das entpuppte sich als ein Trugschluss. Alle Einwände wurden im Planfeststellungsbeschluss vom 12.12.2025 abgewiesen. Politik ist Neuland für mich. Wir hätten die 9-monatige Prüfungsphase nicht abwarten sollen. Ich habe den Einfluss des Bürgers auf politische Entscheidungen überschätzt.
Sie ahnen nicht, was die Baumaßnahmen alles zerstören. Ein Ortsbild prägender Hügel, Park mit Bänken auf dem ehemaligen Friedhof mit sehr altem Baumbestand. Etwa 40 Jahre alte Bäume im Mittelstreifen der Querumer Straße sowie einen intakten kleinen Ortsteil mit Geschäften. Wenn der Hügel für die Wendeschleife weitestgehend abgetragen wird, werden menschliche Skelette vom alten Friedhof wieder ausgegraben. Ringsherum befinden sich teilweise sehr alte Häuser. Für 14 Häuser entstehen laut Lärmschutzgutachten erhöhte Lärmemissionen, davon überschreiten sogar 7 Häuser den Pegel der Gesundheitsgefährdung. Eventuelle spätere Risse oder Bauschäden an den Gebäuden können nicht ausgeschlossen werden.
Offensichtlich haben sich die Verantwortlichen die Lage vor Ort nicht angesehen, das kann ich sogar belegen.
Ein Beispiel wie Politik an den Bürgern vorbei gemacht wird und zur Politikverdrossenheit führt. Der Standort für die neue Wendeschleife wurde nie im Rat diskutiert. Der Rat beschloss den Stadtbahnausbau Volkmarode Nord. Alles andere wurde in den Ausschüssen beschlossen. Der Sinn einer neuen zusätzlichen Wendeschleife erschließt sich den Menschen in Gliesmarode nicht. Die aktuelle Wendeschleife liegt nur 1,4km entfernt. Seitens der BSVG werden nur wirtschaftliche Gründe genannt.
Die Stadtbahn fährt mittlerweile schon lange in einem besseren Takt zur Wendeschleife in Volkmarode Moorhüttenweg. Wofür für nur 1,4 km (3 Haltestellen, 5 Minuten Fahrzeit)) der Ortsteil Gliesmarode umgebaut werden soll, zumal sich danach der Takt für die 3 Haltestellen Messeweg, Petzvalstraße (mit Park & Ride Parkplatz) und dem Einkaufszentrum Moorhüttenweg verschlechtert.
Das versteht hier keiner!
Die gesamte Baumaßnahme soll mit der Wendeschleife 57,6 Millionen (stand 2025) kosten. Das alles für eine Stadtbahnerweiterung von nur 1,2 km in Volkmarode. Es handelt sich um 85% Fördermittel von Land und Bund, trotzdem sind es Steuergelder. Allein der Anteil der Stadt und der BVG beträgt rund 9 Millionen €.
Unsere Initiative hat über 2000 namentliche Unterschriften gegen die Wendeschleife gesammelt und in einer Online Petition weitere 1000 Unterstützer gefunden. In deren Namen bitte ich sie: Überprüfen sie das Vorhaben und stoppen sie das Projekt. Zeigen sie das Rückgrat, dass Politiker auf Grund von geänderten Situationen auch Entscheidungen zurücknehmen können.
Mit freundlichen Grüßen
Uwe Wackerhagen























