Woche des Sehens vom 8. bis 15. Oktober 2021

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Über digitale Barrierefreiheit informiert der Regionalverein Süd-Ost-Niedersachsen des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Niedersachsen e. V. anlässlich der diesjährigen Woche des Sehens, welche bundesweit vom 8. bis 15. Oktober 2021 unter dem Motto „Neue Einsichten“ stattfindet.

Aytekin Demirbas, Vorsitzender des Regionalvereins Süd-Ost-Niedersachsen, sagt: „Digitale Barrierefreiheit ist wichtig, damit Menschen mit Behinderung von den Vorteilen des Internets profitieren können. Gerade, wenn jemand in seiner Mobilität eingeschränkt ist, spielen barrierefreie digitale Angebote eine noch größere Rolle. So wäre der Getränkelieferdienst Flaschenpost für viele behinderte Menschen sehr interessant, leider ist dort jedoch ein barrierefreies Einkaufen nicht selbstständig möglich.“ Demirbas fordert, dass auch die Privatwirtschaft zur Barrierefreiheit verpflichtet werden muss. Die digitale Veranstaltung im Rahmen der Woche des Sehens ist daher für alle interessant, welche „eine Dienstleistung im Internet anbieten, gleich ob Geschäfte, Finanzdienstleistungen, Beratungszentren, Nahversorger, Energieversorger, also jeder, der eine Internet- oder Facebook-Seite anbietet“, sagt Aytekin Demirbas. Er fügt hinzu, dass dazu auch das Anlegen von Alternativtexten zu Bildern gehört, welche die Bildinhalte beschreiben und was nur wenige Sekunden dauert. Beispielsweise die Stadt Braunschweig, die Braunschweigische Landessparkasse und die Braunschweiger Verkehrs-GmbH konnten von ihm bereits überzeugt werden, Alternativtexte zu nutzen.

Wirtschaft muss auch digitale Barrierefreiheit“

Am 14. Oktober 2021 (Donnerstag) findet daher um 10 Uhr online ein Vortrag mit anschließender Fragerunde zum Thema „Wirtschaft muss auch digitale Barrierefreiheit“ mit dem Experten für digitale Barrierefreiheit Jan Hellbusch von Hellbusch Accessibility Consulting aus Dortmund statt. Hellbusch testet und begutachtet Webauftritte hinsichtlich digitaler Barrierefreiheit und berät Unternehmen und öffentliche Stellen, wie sie ihre Webseiten und -anwendungen, aber auch Dokumente und Software, barrierefrei umsetzen können. Jan Hellbusch ist selbst durch eine fortschreitende Sehbehinderung erblindet.

Grundlage für die digitale Barrierefreiheit ist das Barrierefreiheitsstärkungsgesetzt (BFSG), das im Juni 2022 in Kraft tritt und den European Accessibility Act in Deutschland umsetzt und somit regelt, wie bestimmte Produkte und Dienstleistungen gestaltet werden müssen, um der Barrierefreiheit gerecht zu werden. Hellbusch stellt in seinem Vortrag diese gesetzlichen Rahmenbedingungen vor und macht deutlich, welche Produkte und Dienstleistungen durch das Gesetz erfasst werden, welche Möglichkeiten Verbraucher*innen haben, um Barrierefreiheit von Produkten und Dienstleistungen einzufordern und wer bestimmt, wann Produkte und Dienstleistungen barrierefrei sind.

Die Fahrplanauskunft der Braunschweiger Verkehrs-GmbH ist nicht vollumfänglich barrierefrei

Ein Beispiel, welche Auswirkungen fehlende digitale Barrierefreiheit hat, nennt der Braunschweiger Heiko Folkerts: „Wenn ich über die Internetseite der Elektronischen Fahrplanauskunft für Niedersachsen und Bremen (EFA) eine Fahrplanauskunft einholen will, ist das für mich als blinden Nutzer nicht möglich.“ Folkerts arbeitet seit 20 Jahren als Softwareentwickler und engagiert sich ehrenamtlich als Vorsitzender der Berufsfachgruppe in IT-Berufen im Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband und im gemeinsamen Fachausschuss für Informations- und Telekommunikationssysteme. Auf Anfrage gibt er gern zum Problem der nicht-barrierefreien Fahrplanauskunft der Braunschweiger Verkehrs-GmbH sowie zu Fragen der digitalen Barrierefreiheit Auskunft.

Sie sind herzlich eingeladen, am 14. Oktober 2021 an der Online-Veranstaltung mit Jan Hellbusch zu digitaler Barrierefreiheit teilzunehmen. Außerdem geben Ihnen Aytekin Demirbas und Heiko Folkerts bei Interviewanfragen gern weitere Auskunft.

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