Wo bleibt der Aufschrei der Sportvereine?

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Foto: Pixabay

Ein Leserbrief von Bernhard Schnelle

Mit einem 8,2 Millionen Euro schwerem Rettungsschirm will der Berliner Senat Sportvereinen in der Corona-Krise helfen. Mit dem Geld sollen gemeinnützige Vereine, die sich in Zahlungsschwierigkeiten befinden, unterstützt werden. Und in Niedersachsen? Da wird ein in Hannover ansässiger Touristikkonzern, der 8.000 Beschäftigte in die Arbeitslosigkeit entlassen will, mit 1,8 Milliarden Staatshilfe unterstützt und ein Wolfsburger Autohersteller, der unbeirrt an Dividendenzahlungen festhält, ruft seit Wochen lautstark und unverdrossen nach Hilfe aus Steuermitteln.

Angesichts dieser Auswüchse frage ich mich, wo der Aufschrei der niedersächsischen Amateur-Sportvereine bleibt. Unsere Landespolitiker werden nicht müde, in Sonntagsreden die große gesellschaftliche Bedeutung des Sports zu betonen. Aber wenn es um Unterstützung der gemeinnützigen Vereine geht, herrscht betretenes Schweigen vor.

Die gemeinnützigen Vereine befinden sich seit vielen Wochen zweifellos in einer bedenklichen finanziellen Situation. Bei völlig fehlenden Zuschauereinnahmen und wegbrechenden Sponsorenzahlungen laufen die Kosten für die Fachverbände, den Landessportbund, die Zahlungen an Kreis- und Stadtsportbünde sowie die Platzmieten an die Kommunen weiter. Es lässt sich bereits heute absehen, dass die Vereinslandschaft nach der Corona-Krise nicht mehr die selbe sein wird wie vorher.

Angesichts dieser Situation stände es der Landesregierung und dem Landessportbund gut zu Gesicht, sich ernsthafte Gedanken über ein ähnliches Hilfsprogramm wie in Berlin zu machen. Was dem nicht gerade reichem Bundesland Berlin möglich ist, sollte im Flächenland Niedersachsen erst recht möglich sein.

1 KOMMENTAR

  1. Es passiert doch im Prinzip zur zeit genau das Gegenteil. Obwohl im Herrenbereich seit mehr als 6 Monaten und im Jugendbereich (nach der Hallenrunde) seit mehr als 3 Monaten kein Spielbetrieb stattfindet, die Amateur-Vereine keinerlei Einnahmen haben, gerade versuchen Training unter Hygienenauflagen einigermaßen wieder anzukurbeln und keiner weiss wann und wie es weitergeht (insbesondere im Jugendbereich) erhebt der Nieders.Fußballverband munter Mannschaftsgebühren. Das nenn ich mal ’ne Unterstützung 🙁

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