Weg von der Autostadt

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Masterplan Innenstadt soll den Fokus auf Lebensqualität legen!

Von Tatjana Schneider

Der Rat hat heute die Aufstellung eines Masterplans Innenstadt beschlossen.

Aber: Die viel diskutierte und angestrebte Mobilitätswende spiegelt sich im Auftrag an die Verwaltung nicht wieder. Dabei wäre es eine große Chance, mit dem Masterplan auch die Erreichbarkeit der Innenstadt neu zu denken. Die Innenstadt mit ihren Fußgängerzonen, umgeben vom Cityring mit seinen Parkhäusern, bietet das Potenzial zusätzliche freie Bewegungsräume zu schaffen und eine autoarme Innenstadt zu testen. Dieser Mut nach vorn zu schauen fehlt dem Ratsbeschluss.

Doch aus meiner Sicht viel gravierender ist, dass der Ratsauftrag eine rückwärtsgewandete Sicht auf die zukünftige Ausrichtung der Innenstadt legt. Statt Vielfalt in der Innenstadt zu fördern, setzt der Ratsauftrag hauptsächlich auf die Wiederbelebung des Handels. Moderne, erfolgreiche Innenstadtkonzepte streben ein lebendiges Zentrum mit unterschiedlichster Nutzung an.

„Handel ist wichtig. Der Fokus auf den Handel verkennt aber, dass wir neue Konzepte entwickeln müssen. Wir sehen schon jetzt wie andere Städte erfolgreich ihre Innenstädte als Orte des Arbeitens, Wohnens sowie von erweiterten sozialen und kulturellen Angeboten umgestalten. Diese Entwicklung nicht aufzugreifen und Strukturen weiterzuführen, die schon lange nicht mehr zeitgemäß sind, wird uns langfristig nicht gut tun. Wir müssen die Innenstadt als lebenswerten, pulsierenden Kern der Gesellschaft etablieren. Davon profitiert auch der Handel!“.

„Als Oberbürgermeisterin werde ich die Aufgabe deshalb ergänzen. Der Masterplan Innenstadt muss nicht nur unter breiter Beteiligung der Zivilgesellschaft entwickelt werden sondern Menschen und Lebensqualität in den Mittelpunkt stellen.“

1 KOMMENTAR

  1. Die letzten zwei Absätze stehen als Zitat. Von wem? Tatjana Schneider, die aber zugleich Autorin des Artikels ist? Oder wer sonst schreibt außerhalb der Anführungszeichen in der Ich-Form? Ich gehe einmal davon aus, dass der gesamte Artikel von Tatjana Schneider stammt und die Anführungszeichen zu viel sind.

    Zum Inhalt: Ich stimme sehr weitgehend zu. Doch ich fürchte, unsere Auffassung hat es sehr schwer, mehrheitsfähig zu werden. Allein der Wunsch, die Innenstadt der zweitgrößten Stadt Niedersachsens für einen „Test“ massiv umzubauen, dürfte sehr vielen Menschen gar nicht gefallen. Ich frage mich: Wie können wir für mehr Mut in dieser Richtung werben und verdeutlichen, dass es eben viel mehr als ein Test sein wird?

    Ich glaube, Herr Onay hat es im Rahmen des temporären Umbaus in Hannovers City gerade auch nicht leicht und sieht sich einem wohl nicht ganz fairen Shitstorm ausgesetzt. Ich weiß aber zu wenig darüber. Ich wünsche ihm und Ihnen jedenfalls viel Kraft und Erfolg! Wir brauchen ein sehr grundlegendes massives Umdenken, das beim „kleinen Mann“ noch immer nicht verfängt. Der soziale Konflikt darüber wird sich wohl leider noch verschärfen. Hoffnung setze ich auch in den „Druck von ganz oben“, so wie gerade heute durch die Pläne der EU-Kommission.

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