„Vom Töten leben“

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 Montag, 3.4., um 19:00 Uhr und Sonntag, 9.4., um 11:15 Uhr
Das Geschäft mit dem Tod: Universum Filmtheater zeigt Dokumentarfilm

Wie kommen Menschen damit zurecht, vom Töten zuleben, indem sie seit vielen Generationen Kriegswaffen herstellen? Um eine Antwort zu finden, besucht Filmemacher Wolfgang Landgraeber die schwäbische Kleinstadt Oberndorf und befragt Mitarbeiter des Rüstungskonzerns Heckler & Koch.

Oberndorf, die 14.000‐Einwohner‐Stadt am Ostrand des Schwarzwaldes sieht sich mit einer schleichenden Krise konfrontiert. Das Stadtbild zeigt es: verfallende Häuser, geschlossene Geschäfte. Zwei Drittel der Arbeitsplätze sind in den beiden Rüstungsbetrieben Mauser und Heckler seit den 80er Jahren verloren gegangen.
Millionen Menschen haben durch Waffen aus Oberndorf ihr Leben verloren – durchschnittlich alle 15 Minuten kommt nach Schätzungen von Friedensgruppen einer hinzu. Diese Tatsachen lassen die meisten in der Waffenindustrie arbeitenden Menschen nicht an sich heran. Sie beharren auf der Notwendigkeit der Herstellung von Waffen und sprechen lieber von den friedenserhaltenden Effekten der Rüstungsproduktion. Wie gehen die Menschen damit um, ihre Familien durch die Herstellung von tödlichen zu ernähren, die nicht nur für die NATO produziert, sondern vielfach auch in Länder verkauft werden, in denen man Menschenrechte mit Füßen tritt?
Der Regisseur Wolfgang Landgraeber knüpft mit „Vom Töten leben“ an seinen kontroversen Dokumentarfilm „Fern vom Krieg“ an, den er vor dreißig Jahren auf dem Höhepunkt der Friedensbewegung in Oberndorf drehte. Der Nachfolger „Vom Töten leben“ ist ein Film gegen eine Mauer der Verdrängung und des Trotzes.
Das Universum Filmtheater zeigt den Film zwei Mal im Rahmen der DOK am Montag‐Reihe.

 

 

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