VfB Rot-Weiß kritisiert Haushaltsentwurf der Stadt Braunschweig

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Sportprojekt soll trotz „Masterplan Sport 2030“ nicht mehr gefördert werden

Seit nunmehr 11 Jahren läuft im Westlichen Ringgebiet das Projekt „Lebenschancen durch Sport“. Die Durchführung erfolgt durch den VfB Rot-Weiß 04. Ein Team von Sportpädagogen unter der Leitung von Ex-Eintracht-Profi Torsten Sümnich betreute allein im Jahr 2018, 15 Einrichtungen im Westlichen Ringgebiet. Rund 870 Kinder in Schulen,
Kitas und Kindergärten profitierten von diesem Projekt. Außerdem ist die sportliche Ausbildung der Pädagogen in diesen Einrichtungen, um weitere qualifizierte Bewegungseinheiten außerhalb des Projekts zu gewährleisten, ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeit.
Zahlreiche Studien belegen, dass Bewegung und körperliche Aktivität eine enorm wichtige Bedeutung für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen widerspiegeln. In Bewegung sein trägt erheblich zur körperlichen, geistigen und psychosozialen Entwicklung bei. In der Realität werden die benötigten Bewegungsräume mehr und mehr eingeschränkt. Handy, Tablet, Computer und Fernsehen bestimmen oftmals den Alltag der Heranwachsenden.

Dieser Bewegungsmangel führt bei vielen Kindern und Jugendlichen zu motorischen Defiziten, Problemen bei der sozialen Einordnung in Gruppen bis hin zur wachsenden Problematik der Adipositas im Kindesalter. Hinzu kommt, dass viele Kinder und Jugendliche im westlichen Ringgebiet zwar fußballbegeistert sind, sie können aber aufgrund ihrer Lebensbedingungen diese Wünsche höchstens als „Straßenfußballer“ verwirklichen. Größtes Hemmnis ist dabei die schwierige finanzielle und familiäre Situation in der viele Kinder und Jugendliche im Westlichen Ringgebiet leben.

Dies führt dazu, dass Aufnahmegebühr und Mitgliedsbeitrag für sie unerschwinglich sind und sie somit vom Regelspielbetrieb ausgeschlossen sind. Im Jahre 2012 gewann dieses Projekt den Präventionspreis der Stadt Braunschweig und wurde auf Grund einer erfolgreichen Vergangenheit fortan seitens des städtischen Haushaltes finanziert. Die Anerkennung dieser langjährigen Arbeit wurde durch eine Dynamisierung für 2019 von € 50.000,00, auf € 52.000,00 p.a. nochmals unterstrichen.

Nun erreichte den Verein ein Schreiben vom Fachbereich 51 Kinder, Jugend
und Familie der Stadt Braunschweig, welches nach den oben genannten Gründen
völlig überraschte: Im aktuellen Haushaltsentwurf ist die Förderung im Jahre 2020
auf € 0,00 gesetzt. Es wäre doch fatal, wenn ein erfolgreiches Projekt, welches vom Rat der Stadt Braunschweig beschlossen und befürwortet wurde, nicht weiter geführt werden kann. Soweit darf es nicht kommen!

In 11 Jahren intensiver Zusammenarbeit mit den Einrichtungen haben sich Strukturen ergeben, die Jahr für Jahr verbessert wurden und nun abrupt zerstört werden sollen. Diese Kooperationen haben sich verstetigt und gewährleisten u.a. die Abläufe in Kindergärten, Schulen, Jugendclubs etc. Hier werden Gruppen aus dem Alltagsgeschäft herausgenommen und durch qualifizierte Übungsleiter in Form von konzipierten Fitnessstunden bewegt. Gleichzeitig nutzen die Pädagogen der Einrichtungen mit dem Rest der Gruppe die Möglichkeit zum individuelleren Arbeiten und erreichen einen ganz anderen Forder- bzw. Fördergedanken.

Außerdem wurde im Jahr 2016 der Masterplan Sport 2030 beschlossen. Obwohl man sich aktuell in einer Phase befindet, in der dieser Plan aktiv bearbeitet werden sollte, ist in diese Richtung keine Bewegung festzustellen. Das Projekt „Lebenschancen durch Sport“ entspricht diesem Vorhaben eindeutig und deckt somit Teile des Masterplans bereits ab. Des Weiteren ist ohne viel Aufwand diese jahrlange und erfolgreiche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen komplikationslos auf weitere Stadtteile ausweitbar. Dass Bewegung für die Entwicklung von Heranwachsenden einen entscheidenden Faktor einnimmt, muss wohl an dieser Stelle nicht mehr besonders darlegt werden.

Der Vorstand des VfB Rot-Weiß 04 wird sich mit der Bitte weitere Förderung des Projekts an die Fraktionen im Rat der Stadt wenden.

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