Stellplätze und Siedlungsgestalt in der Südstadt

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130 Südstädter kamen am 28. März in den Bürgertreff Roxy und folgten damit dem Aufruf der Stadtverwaltung, die Stellplatzsituation in der Südstadt öffentlich zu erörtern. Seit im Bereich zwischen Luchtenmakerweg und Welfenplatz zwei Hauseigentümer vom Bauamt aufgefordert worden sind, nicht genehmigte Einstellplätze zurückzubauen, ist eine heftige Diskussion um den gestalterischen Wert der durch Hecken gefassten Vorgärten in der Südstadt entbrannt.

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Die Stadtverwaltung muss nun prüfen, ob der aus dem Jahr 1951 stammende Bebauungsplan, der bis heute den Gartenstadtcharakter und die einzigartige städtebauliche Einheitlichkeit der gesamten Südstadt sichert, noch zeitgemäß und  zukunftsfähig ist.

Besucher, die sich der Südstadt unvoreingenommen nähern, stellen schnell fest: Dieser Stadtteil hat keine Stellplatznot. Am zentral gelegenen Welfenplatz findet sich – mit Ausnahme des wöchentlichen Marktages  – immer eine Möglichkeit, das Auto ordnungsgemäß zu parken. Zusätzlich gibt es über den Stadtteil verstreut mehrere öffentliche und private Stellplatzsammelanlagen mit freien Kapazitäten. 

Während der Einwohnerversammlung kristallisierte sich heraus: Es sind in erster Linie Eigentümer von Einfamilienhausgrundstücken, die die Vorgärten bzw. ihre an der Straße liegenden Grundstücksbereiche flexibel nutzen, bei Bedarf versiegeln oder auch mit Nebengebäuden überbauen möchten. U.a. wird zunehmend die Errichtung von mindestens 2 Stellplätzen bzw. von Doppelcarports oder Doppelgaragen in Betracht gezogen.

Diese Interessensgruppe dominierte durch zum Teil aggressive Statements die Zusammenkunft. Die möglicherweise nachteiligen Auswirkungen auf das Erscheinungsbild der Südstadt, der Verlust von siedlungstypischen Gestaltungselementen war für sie kein relevantes Thema.

Zum geltenden Bebauungsplan erklärten Annette Pülz und Bernd Schmidbauer vom Stadtplanungsamt: Die Potentiale, Stellplätze genehmigungsfähig zu integrieren, seien noch lange nicht ausgeschöpft. Für Grundstückseigentümer bestünde jedoch die Auflage, sich auf eine Grundstückszufahrt mit einer Breite bis zu 4.50m zu beschränken. Frau Pülz bat die Bürger ins Planungsamt zu kommen; dort könnten sie sich individuell beraten lassen und gemeinsam Lösungen entwickelt werden.

Sachlich und im Sinne des bestehenden Bebauungsplanes äußerten sich all die Bürger, die eine zunehmende „Verschandelung“ der Vorgärten sowie einen Verlust der Wege- und Aufenthaltsqualität in den Wohnstraßen durch die Errichtung von „Bonanza-Zäunen“ befürchten. Sie möchten den bisherigen einheitlichen und freundlichen Charakter der Siedlung mit den Vorgärten und den natürlichen, halbhohen – Durchblick und Weitsicht gewährenden – Einfriedungen entlang der Wohnstraßen erhalten wissen.

Von außen gesehen bleibt der Eindruck, dass die Bürger sich der Vorzüge ihres Stadtteils wenig bewusst sind. Das größte Gut der Südstadt ist der in allen Bereichen anzutreffende hohe Grünflächenanteil. Er ist geprägt von den (noch) großen – ursprünglich für die Selbstversorgung konzipierten – Gärten und den vielen von Grünräumen gesäumten Wohnstraßen und Wohnwegen. Die damit verbundenen Wohnqualitäten stehen und fallen mit der Bereitschaft der Eigentümer, die bisherigen Prämissen der Siedlungsentwicklung anzuerkennen.

Aufklärung zu den städtebaulichen Qualitäten der Südstadt ist angesagt!

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Kommentare   
 
0 #1 Cord Kundich 2011-04-04 10:58
Als inzwischen häufigem Besucher der Südstadt fiel mir schon sehr früh die extrem hohe „Autodichte“ auf, insbesondere je kleiner das „Siedlungs“Haus , umso mehr Fahrzeuge! Die von der BZ kolportierte Bemerkung eines „betroffenen“ Anwohners, der Trend gehe zum Zweit- und Drittauto, straft die Behauptungen des (Noch)Bezirksbürgermeisters Rühmann Lügen, die Südstadt sei optimal an den öffentlichen Verkehr angebunden, verbunden mit dem hirnlosen K(r)ampf der dortigen CDU, die Südstadt „schienenfrei“ zu halten! Mit diesem Ansinnen wird jede Optimierung und Modernisierung des öffentlichen Verkehrsangebots torpediert, eine Attraktivitätss teigerung so auf Dauer verhindert – und die Leute fahren eben Auto! Das ist dann das Ergebnis!
 
 

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