Reparatur und Recycling – Die neue Umweltzeitung

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Von Robert Slawski

Liebe Leserin, lieber Leser,

erinnern Sie sich noch an das unfreundliche, wenn auch zutreffende Wort von der „Wegwerfgesellschaft“? Inzwischen hört man diesen Begriff nur noch selten, viel häufiger ist die Rede vom Recycling, worauf gleich zurückzukommen ist.

Was steht dem Wegwerfen gegenüber und kann diesen Vorgang für mehr oder minder lange Zeit hinauszögern, ohne dass ein wesentlicher Funktionsverlust eintreten muss? Kurz überlegt. Genau, das Reparieren. Wir bieten in diesem Heft ein instruktives Beispiel für Gegenstände, die wir wirklich alle benutzen: für Schuhe. Samantha Galley hat für uns einen sehr kenntnisreichen Beitrag verfasst. Um von der Theorie zur Praxis überzugehen, schließt das Umweltzentrum einen Workshop an, siehe Seite 6.

Während wir dieses Heft vorbereiteten, wurde auf EU-Ebene ein Gesetzentwurf diskutiert, der die Reparatur von Produkten unterschiedlichster Art deutlich erleichtern soll. Die endgültigen Formulierungen stehen allerdings noch nicht fest. Der Beitrag von Daniele Heuser zeigt, was bereits jetzt in anderen (europäischen) Ländern auf Gesetzesebene gilt, oder was dort in einzelnen Modellprojekten praktiziert wird. Einige erstaunliche Erkenntnisse sind garantiert!

Wie es um die Recycling-Wirtschaft und ihre Erfolgsmeldungen tatsächlich steht, beleuchten unsere Autoren Stefan Vockrodt und Dennis Zellmann. Als besonders irreführend erweist sich der Begriff der „thermischen Verwertung“. Und das heißt eben doch nichts anderes als – Verbrennung.

Dabei ist Recycling nicht per se zweifelhaft. Denn es gibt durchaus Beispiele, wie wieder ein gleichwertiges oder sogar ein „besseres“ Produkt neu entstehen kann. Im letzteren Falle spricht man von „Upcycling“, was wir am Beispiel der Korkenverwertung verfolgen.

Die historische Perspektive vertritt in diesem Heft der Archäologe Karsten Kablitz, der die Abfallentsorgung im Mittelalter und in der frühen Neuzeit am Beispiel der Stadt Braunschweig beschreibt.

In den ersten Wochen des Jahres 2024 rollten die Traktoren der Landwirte zum Protest. Vordergründig ging es dabei um den Steuersatz auf Dieselkraftstoff, tatsächlich aber um die Sorge für die zukünftige Existenz.

Was jedoch ist die eigentliche, die wirkliche Existenzgrundlage unserer Landwirtschaft? Es ist der Grund und Boden, es sind die Wiesen, Weiden und Ackerflächen. In unserem Themenblock Hintergrund geht es genau darum. In drei Beiträgen werden die Fragen um den Landschaftsverbrauch aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Ein krasser Fall einer Versiegelung von hochwertigen Ackerflächen bahnt sich gerade in Braunschweig-Rautheim an. Gerade dort möchte man sich eine sehr kräftige Bauerndemonstration wünschen, um unsere gemeinsamen Lebensgrundlagen zu sichern.

Ein schönes blütenreiches Frühjahr und ebenso eine anregende Lektüre wünscht Ihnen

Robert Slawski

PS: Finanzierung für ökologische und gemeinwohlorientierte
Projekte gesucht? Dazu Seite 43, Vereinsvermögen zu verschenken.

Hier geht´s zur neuen Ausgabe der Umweltzeitung:
https://www.umweltzentrum-braunschweig.de/umweltzeitung/aktuelle-ausgabe.html

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