Neugestaltung: Hagenmarkt die neue Jasperallee?

Robinien auf dem Hagenmarkt. Im Hintergrund die Katharinenkirche

Verkehrplanung ohne Klimavorsorge.
16 große und standfeste Robinien und weitere Bäume sollen aus rein gestalterischer Sicht geopfert werden.

Die hier mit grünen Punkten eingezeichneten Robinien sollen weg.


Dies empfahl das Planungsbüro Ackers/Morese am Montagabend bei dem Bürgerbeteiligungs-Workshop zum Hagenmarkt, und hat das Ergebnis gleich vorweggenommen. Wie schon bei den vergangenen Workshops standen nicht die Vorschläge und Modelle der Bürger/-innen zur Diskussion, sondern nur zwei fertige Pläne. In beiden Plänen wurde der vorhandene Bestand an wertvollen alten Bäumen ignoriert und würde bei einer Realisierung vernichtet, obwohl es keinerlei Notwendigkeit dafür gibt. Klimaschutz sieht anders aus!

Die beiden Ackers-Pläne unterscheiden sich nur geringfügig:
Der eine Plan hat mehr junge Baumschulbäume und mehr versiegelte Fläche, der andere etwas weniger Bäume, dafür etwas mehr Grünflächen. In jedem Fall würde es wieder etwa 40 bis 60 Jahre dauern, bis diese Bäume so groß und klimatisch so leistungsfähig wären wie die Bäume, die jetzt schon auf dem Hagenmarkt leben.

Wer den kühlenden Schatten und den frühlingshaften Blütenduft der Hagenmarkt-Robinien kennt, weiß, wie wertvoll und wohltuend das ist – jedenfalls noch!

Typisch Braunschweig: Keine Zukunftsorientierung beim Individualverkehr

Bereits das Treffen davor hat das Thema Bürger/-innenbeteiligung ad absurdum geführt.
Im Vorfeld hatte sich eine Mehrheit von über 90 % der beteiligten Bürger/-innen für eine Reduktion des Autoverkehrs ausgesprochen. Trotzdem wurde ein Planungsauftrag an das Verkehrsplanungsbüro WVI vergeben mit der Vorgabe, dass die Leistungsfähigkeit für Kraftfahrzeuge gleich bleiben solle.

Als Ergebnis wurde genau ein einziger Entwurf von WVI zu Diskussion vorgestellt, der diese Vorgabe trotz einspuriger Autoverkehrsführung erfüllt. Eine tatsächliche Beteiligung der Bürger/-innen fand nicht statt!

Aufgrund dieser wiederholt negativen Erfahrung mit der städtischen Klimavorsorge über den Erhalt von großen Bäumen, sehen wir der angekündigten Bürger/-innenbeteiligung zur Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes und Viewegs Garten mit größter Skepsis entgegen.

Das es auch anders geht zeigt die Stadt Wien

Chronik des Bäumepflanzens in Kooperation mit den Bürgern

Anpassung der Stadt Wien an den Klimawandel

Erste klimaangepasste Straße Wiens.

Warum gibt es in Braunschweig keinen ersten „klimaangepassten Platz Hagenmarkt““

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