Medizin an den Grenzen – Dürfen und müssen wir alles, was wir können?

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Die neu eingerichtete Evangelische Akademie Abt Jerusalem der Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig beginnt ihr Vortragsprogramm 2010 mit einer Vortragsreihe, die jeden von uns berührt. Wir alle können in eine Situation kommen, in der über unser Leben oder über das Leben unserer Verwandten entschieden werden muss. Oft treffen Ärzte diese Entscheidungen, soweit möglich im Einvernehmen mit den Verwandten. Über die medizinethischen Konfliktfelder soll die Veranstaltung informieren und zur Diskussion anregen.

Mittwoch, 10. Februar 2010
Forum Bibliothek des Theologischen Zentrums, Alter Zeughof 1, Braunschweig

Die Medizin stößt in ihren rasanten Fortschritten in der Vorhersage, (Früh-) Erkennung und Behandlung von Krankheiten immer weiter in Neuland vor: in die molekularen und genetischen Grundlagen des Lebens, in die Wirkmechanismen von Medikamenten gegen Infektionen und Krebskrankheiten wie auch in die weltweite Aufklärung und Bekämpfung von Seuchen und Epidemien. Ein immer größeres Arsenal apparativer Möglichkeiten der Diagnostik und Therapie bis zum Organersatz und der Prothetik steht uns zur Verfügung.

Ein Blick auf die Weltkarte zeigt uns dabei große Unterschiede: der Wissensfortschritt wird vielfach nur von den reichen Ländern genutzt, die es sich leisten können. Den meisten Menschen, zumal in der sog. „Dritten Welt“, fehlt das Geld.. Und auch in unserem Land sind die Gesundheitsausgaben sozial sehr ungleich verteilt.

So stellt sich die Frage, ob unsere Gesellschaft es sich ökonomisch wird anhaltend leisten können, das hohe Maß medizinisch-apparativer und medikamentöser Diagnostik- und Therapie-Standards zu halten.

Über die ökonomische Dimension hinaus geht die Frage aber weiter auf die sozial-ethische Vertretbarkeit der mit den objektiven Möglichkeiten auch zunehmenden Ansprüche an das Gesundheitssystem. Ist nicht mit Blick auf die conditio humana, auf unser eigenes und mitmenschliches Menschenbild, zu dem auch Kranksein und Sterblichkeit hinzugehören, eine individual- und sozial-ethisch verantwortungsbewusste Selbstbegrenzung zu bedenken? Dürfen und müssen wir alles, was wir können?

Die Referenten der Reihe „Ethische Fragen in der Medizin“ sind langjährig in Klinikbereichen tätig, in denen maximale Diagnostik und Therapie betrieben werden können. Dennoch sind sie an medizinische und menschliche Grenzen ärztlichen Handelns gestoßen, wo das Gebot des Verzichts und der Begrenzung aufschien. – Aspekte, über die wir mit Ihnen und den Referenten und Ihnen diskutieren wollen.

Prof. Dr. med. Klaus Gahl Prof. Dr.- Ing. Dieter Kind
Dr. Uwe Meier Dr. Heike Steingass

 

Das vollständige Programm dieses Tages können Sie hier einsehen:
http://www.thzbs.de/uploads/media/KlosterForum10022010.pdf

Die Evangelische Akademie wird neu aufgestellt

Seit dem 1. Januar 2010 besteht die Evangelische Akademie Abt Jerusalem der Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig (kurz: AJA).
Die Ziele der AJA, ihr Selbstverständnis, das Programm und die Kontaktadresse können Sie hier einsehen:
http://www.thzbs.de/Akademie.akademie.0.html

Zur erstmaligen Verleihung des Abt-Jerusalem Preises an Frau Prof. Dr. Nicole Karafyllis
http://www.landeskirche-braunschweig.de/uploads/download/Rede_erste_Verleihung_Abt_Jerusalem_Preis.pdf

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