Kooperation ist das Prinzip des Lebens

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Besser, höher, schneller, exklusiver, schöner, erfolgreicher – all das sind Begriffe, die auch aus einem Lehrbuch des Marketings im Neoliberalismus kommen könnten. Sie sind wichtig, um besser zu sein als die Konkurrenten. Im Lehrbuch steht, und wer hat das im Kapitalismus nicht verinnerlicht, dass die Konkurrenz das Geschäft belebt, dass aus ihr die Innovationskraft kommt, also neue Ideen rasch umgesetzt und zu Geld gemacht werden. Natürlich müssen ständig neue Produkte her – vor allem solche, die man nicht braucht, um gut leben zu können. Trotzdem, auch das ist Wachstum. Das Bruttosozialprodukt schaut nicht darauf wie sozial, das heisst auch wie enkeltauglich, ein Produkt ist. „Das Prinzip Egoismus begegnete uns auch in der Coronakrise schamlos und unverhohlen“ (Kattermann).

Dem Prinzip der Konkurrenz oder des Egoismus, steht das Prinzip der Kooperation gegenüber. Und diese ist das „Prinzip des Lebens“. Sie ist das Erfolgsgeheimnis der Evolution! Die Kooperation beginnt in der Molekularbiologie. Aminosäuren verbinden sich zu längeren Ketten und bilden Proteine, ohne die das Leben, so wie wir es kennen, nicht möglich wäre. Auch die Symbiose ist eine Form der zweckmäßigen Kooperation zweier oft sehr unterschiedlicher Organismen. Symbiosen sind nicht die Ausnahmen in der Natur sondern die Regel. Die wenigsten sind erforscht.

Würde man ein Virus (z.B. Covid 19) nach dem Sinn des Lebens fragen, würde es wohl antworten: ICH! Ein Wort, wie wir es insbesondere aus dem Neoliberalismus kennen. Margaret Thatcher: “ And, you know, there´s no such thing as society“ (Und, es gibt keine Gesellschaft). Deswegen, so Vera Kattermann in ihrem Essay „Wir brauchen eine Wirologie“ , kann die Antwort auf die erkrankte Gesellschaft nur sein: WIR!

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