Energie ohne CO2-Ausstoss und keine Neandertal-Technik

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Heizkraftwerk Mitte. Foto: BS-Energy

Es wird auch immer deutlicher, dass Braunschweig mit Altholz-Verbrennung ab 2023 – oder überhaupt mit der Verbrennung durch Uralt-Neanderthal-Technik, die allernächsten Klimaziele zur Reduktion von CO2 verfehlen würde. Braunschweig würde hier also gleich von vornherein mit der bisher neu geplanten Biomasse-Verbrennung eine Altanlage hinstellen. Was ist denn an der Holzverbrennung zukunftsorientiert? Nicht einmal die avisierten klimarelevanten 55% CO2-Einsparungen der Bundesregierung bis 2030 wären mit dieser Verbrennungs-Antiquität erreichbar.

Ziel muss deshalb sein, das technologisch Maximum zu fordern und zu organisieren:

Das ginge, wenn man es wollte, so:

Wasserstoff wird mittels Hydrolyse aus erzeugtem bzw. überschüssigem Strom hergestellt. Ähnlich wie bereits in Salzgitter durch das vor einem Jahr gebildete Konsortium von Stahlwerk, Alstom und Linde sowie Siemens vereinbart. Der Strom kommt dann in zwei bis drei Elektrodenheizkesseln zur Wassererhitzung zum Einsatz. Zu einer Stromlücke käme es bis zum Jahr 2025 sowieso nicht, da aus dem Stromliefervertrag EON/Uniper viel zu viel Strom abgenommen werden muß, der hier übergangsweise sinnvoll zum Einsatz kommen würde.

Die vergleichbaren Kosten einer Energie-Technik basierend auf Wasserstoff-Speicherung rechnet man in Salzgitter auf 50 Mio.€ für 30 MW; dementsprechend wäre in Braunschweig mit drei bis vier solcher Anlagen ein vergleichbares Budget, wie jetzt mit der Biomasse-Verbrennung geplant, erreichbar. Bei den Kosten wäre zu berücksichtigen, dass die Wasserstoff-Technik mittlerweile von Bund und Ländern für Deutschland als Schlüsseltechnologie erkannt worden ist, wofür hohe Fördertöpfe ausgelobt worden sind.

Unter diesen Aspekten möge der Rat einen Prüfauftrag beschließen:

1. Die Verwaltung dringt bei BS-Energy auf ein Umschwenken der Kraftwerks-Planung weg von Holz-Verbrennung hin zur Wasserstoff-Technik ähnlich der bereits angelaufenen Vorbilder von Salzgitter und ggf. auch Augsburg, wobei in Augsburg eine abgewandelte Variante über einen CO2-Kreislauf zum Einsatz kommt.

2. Mit der Stadt wird ein Arbeitsstab mit BS-Energy gebildet, der in wöchentlichem Turnus über die erreichten Planungsstände und Zwischenziele dem Rat Rückmeldung gibt.

1 KOMMENTAR

  1. In Schottland hat man noch bessere Ideen zur innovativen Wasserstoff-Technik: Die Off-shore Windanlagen inderNordsee gleich mit Hydrolysestationen kombinieren, und den auf diese Weise produzierten Wasserstoff in Pipelines transportieren …

    Damit würde das momentane Hauptproblem der Windräder – Strom zu liefern, wenn gerade weniger gebraucht wird – gelöst. Toll …

    https://www.energate-messenger.de/news/196997/schottland-will-wasserstoff-exporteur-werden?fbclid=IwAR3VfVo7jQqoizmKu5dN5I-irT0pKKoQUz-pFcpiFMuO2J2DQrJ3SlGsqgA

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