“… ein wahrer Schüler der Natur”

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Dem Braunschweiger Maler PASCHA WEITSCH  zum 300. Geburtstag

Kabinettausstellung bis zum 30.12. im Städtischen Museum am Löwenwall

Die Archive des Städtischen Museums sind wirkliche Wunder- und Schatzkammern, natürlich nicht nur der Geschichte Braunschweigs, denn die ist ja verknüpft und vernetzt mit der ganzen Welt (und umgekehrt) – so wie es uns auch die völlig neu aufgestellte Ethnologische Sammlung im Städtischen Museum zeigt.

In der wunderbaren kleinen Kabinettausstellung “… ein wahrer Schüler der Natur” – Pascha Weitsch zum 300. Geburtstag können wir aktuell auch wieder Schätze aus den Tiefen dieser Archive entdecken und genießen.

Der gekennzeichnete Rundgang führt Besucher*in durch verschiedene Ausstellungsräume und wird so zu einer schönen kleinen Entdeckungsreise durch unsere regionale Kunstgeschichte und einer einmaligen Gelegenheit, auch neue Bezüge zwischen den Objekten herzustellen.

Pascha Weitsch, Querumer Eichenwald, Foto: Dirk Scherer

Unter den Gemälden ist auch sein sehr stimmungsvoller und detailreicher „Querumer Eichenwald“ in dem  viele kleine Details entdecken kann. Und man merkt: für Eichen hatte Pascha Weitz eine echte Vorliebe – und für Rinder auch.

Pascha Weitsch, Teller aus der Porzellanmanufaktur Fürstenberg, Foto: Dirk Scherer

Zum Rundgang gehören auch seine Fürstenberger Porzellanmalereien, deren Design ganzen Generationen von Porzellanmalern als Vorbild diente, Stobwasser-Dosen mit Landschaften, belebt von Wanderern und Anglern und sein Portrait mit Zeichenmappe und Kneifer, gemalt von seinem Sohn Friedrich Georg Weitsch.

Lackdose aus der Manufaktur Stobwasser, Maler: Pascha Weitsch, Foto: Monika Heidemann

Pascha Weitsch, am 16. Oktober 1723 in Hessen am Fallstein als Sohn eines Ziegeldeckers (Dachdecker) geboren, war als Künstler und Porzellanmaler Autodidakt, musste es Grunde genommen von Geburt an sein, denn für Menschen aus seiner sozialen Schicht war Bildung weder vorgesehen noch bezahlbar. 

Pascha Weitsch war also ein echter „Selfmade-Man“ – in all seinen Berufen und Professionen, sei es als Kunsthändler, als Leiter einer Malschule, als Inspektor der herzoglichen Gemäldegalerie im Schloß Salzdahlum, als Maler und Designer für die Fürstenberger Porzellanmanufaktur und für die berühmte Braunschweiger Stobwasser Lackwarenmanufaktur.

Pascha Weitsch, dessen Vorname sich nicht von einem osmanischen Beamtentitel ableitet, sondern vom christlich/österlichen Erlösungsgedanken, war eng in das intellektuelle Netzwerk der damaligen Zeit eingebunden. Er korrespondierte z.B. mit Lessing und dem Dichter, Literaturmäzen und Kunstsammler Gleim in Halberstadt. In ganz Deutschland und darüber hinaus kannte man schließlich seinen Namen. 1784 wurde er zum Mitglied der Kunstakademie Düsseldorf ernannt und 1795 zum Mitglied der Preußischen Akademie der Künste.

Pascha Weitsch gilt als der künstlerische/malerische Entdecker der Harzlandschaft und hat unsere Region auch mit seinen Dorf- und Stadtansichten sozusagen auf die Landkarte der Kunstgeschichte gemalt, denn seine detailgenaue Malerei auf Porzellan und Leinwand zeigen uns Ansichten der Dörfer und Landschaften des Braunschweiger Landes die es sonst nirgendwo mehr gibt – viele dieser Objekte stehen allerdings (leider) nicht in Braunschweig, sondern in der Porzellansammlung der königlichen Familie in Schloss Windsor.

Diese schöne Ausstellung wird begleitet von einem opulenten Begleitprogramm, das man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn die Zeit es erlaubt.

Weitere Infos insbesondere zum Begleitprogramm auf der Website: www.braunschweig.de/museum

Telefon: 0531 470-4521 email: staedtisches.museum@braunschweig.de

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